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Siebentes Kapitel. Die Congresse.
darauf mit Oestreich in noch engern Bund >). Mehrere Reichs-stände, wie Trier, Köln, Baiern, erklärten sich gleichfalls fürdenKaiser, und die vordern Rcichskreise erneuerten ihre Associationzu Frankfurt. Dagegen zogen England und Frankreich S ch w e-den durch Verheißung von Subsidien von der russischen Allianzab, und verbanden sich mit demselben und mit Dänemarkgegen den Wiener Bund. Die vereinigten Niederlandewaren schon früher ihnen bcigetreten ^). Das englische Gold be-wog dazu auch einige Neichsstände, zumal Hesse nkassel undWolfenbüttel.
Ein allgemeiner Krieg schien unvermeidlich. Schon sandteGroßbrittannien seine Flotten aus nach Amerika, nach dem mittel-ländischen Meer und nach der Ostsee; schon belagerte ein spani-sches Heer die Feste GibraltarH; da entschloß der Kaiser sichzum Frieden, weil er schlecht gerüstet, auch der Streitgegenstandeines blutigen Krieges nicht werth war. Unter päbstlicher Ver-mittlung kamen also in Paris die Präliminarien zu Standewelche Oestreich mit Frankreich und den Seemächten aussöhnten,und gemäß welcher die Ostend'sche Gesellschaft auf 7 Jahre sus-pendier, alle übrigen Streitpunkte aber auf einen in Aachen zuhaltenden Congreß verwiesen seyn sollten; statt Aachens wurdenachmals Soissons zum Eongreß-Orte bestimmt.
Dieses Friedcnswerk hatte zumal der Eifer des CardinalsFlcury — früher Bischofs von Frejus — befördert. Diesergeistreiche und tugendhafte Prälat, Erzieher des Königs Ludwig XV.,der ihm mit vertrauensvollster Liebe ergeben war, hatte nach derVerabschiedung des wenig geschickten Herzogs von Bourbon dieLeitung der Staatsgeschäfte übernommen. Er zählte schon 73 Jahre;aber mit ungeschwächter Geistes - und Körperkraft verwalteteer noch siebzehn Jahre lang das Reich, und verdiente durchWeisheit und Mäßigung die Dankbarkeit seiner Nation, so wieden Beifall Europa's.
1) 6. Aug.
3) 1726, 9. Aug.5) 31. Mai.
2) 1727, 25. März u. 1. Apr.4) 1727, Febr.
6) 1726, II. Juni.