Milch und Milch-Erzeugnisse.
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Obwohl sich nach vorstehenden Grundsätzen, ohne Kenntniss der Schwereund der Leistungen des Viehes, keine betimmte Norm aufstellen lässt, so kannman doch für gewönlich folgende Nahrungsmengen, ausschliesslich Streu,
zutreffend annehmen:
V i e h a r t.
t
Hafer.
Pfund.
ä g 1 iHeu.
Pfund.
c h
Stroh.
Pfund.
ö) für
ein grosses stark arbeitendes Pferd
12 —
10
—
8
>>
„ mittleres „ „
. 9 —
10
—
8
JJ
,, leichtes weniger angestrengtes
7 —
8
—
6
b) für
einen starken Zugochsen .
. —
20
—
10
„ mittleren „ ...
—
15
—
10
JJ
„ kleineren „ ...
. —
10
—
8
c ) für
eine starke Milchkuh ....
. —
20
—
10
,, mittlere ,, ....
—
16
—
10
,, kleinere ,, ....
. —
12
—
8
d) für
ein starkes Zuchtschaf ....
—
2
—
1
>>
„ kleineres „ ....
—
4
—
1
>>
Giistvieh.
. —
l
—
2
>>
desgl. bei magerer Haltung . .
—
1
2
—
4
6. MILCH MD MILCH - ERZEUGNISSE.
(Literatur, aus einer grossen Zahl werthvoller, namentlich örtliche Verhältnisse betref-fender Schriften — Schubert, Lehrbuch der technischen Chemie, Erlangen 1854, S. 230; von'Weckherlin, die landwirthschaftliche Thierproduktion, Stuttg. 1846, II. S. 360 ff.; Chevallier,Dictionnaire des altörations et des falsiöcations des substances alimentaires etc., Paris 1853;die gekrönte Preisschrift im verb. landw. Kalender auf 1854, Berlin II, S. 35 ff.; von Sannert,die Behandlung der Milch; u. s. w.)
Die Milch enthält 10—13% fester Bestandteile; sie ist eine Auflösung vonCasein (Käsestoff) in H (Wasser), worin kleine Fettkügelchen schwimmen. Sieenthält auch aufgelösten Milchzucker, Extraktivstoff, Salze und etwas Natronwelches die Auflösung des Caseins vermittelt. Sie hat im Durchschnitt 1,030spez. Gewicht und reagirt hei trockener Stallfütterung sauer, bei Weidegängernalkalisch. Das Casein bildet beim Erhitzen eine Haut an der Oberfläche derMilch. In der Ruhe sammelt sich an der Oberfläche der Milch die Butter (dieMilch wirft auf). Die aufgeworfene fette Milch wird abgeschöpft und heistRahm. (Sahne, Obers, Kern). Die abgeschöpfte Milch ist mager, bläulichweissund hat an spec. Gew. zugenommen, obgleich sie an festen Theilen verlor, weildas Verlorne hauptsächlich Fett war, was leichter als H ist. Eben deshalb istauch der dicke Rahm leichter als die dünne Milch. Der Rahm wird entwederals solcher verbraucht oder zu Butter verwendet. Die Butter besteht aus einem
v, Reden, Statistik v. Europa.
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