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Johannes von Müllers Briefe an Carl Victor von Bonstetten III : geschrieben vom Jahr 1773 bis 1809 ; Briefe an Herrn Charles Bonnet : Briefe an Freunde 1 / herausgegeben von Friederika Brun
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Briefe an Bonstetten.

Die Haupteigenschaften, welche ich ihm wünschte,wären eine deutliche Auseinandersetzung, einesehr klare Ordnung der Historie eines jedenReichs mit allerhand Erzählungen, wodurch sie demersten Jugendalter interessant würde und sirirte;nichts daran gelegen, ob Fabeln mit unterlaufen;jeder Mensch durchläuft die nämlichen Perioden, wiedie Menschheit, hat seine rompus m^rliicum, eheer zur Weisheit emporsteigt. Aber das Buch, worinich die Geschichte eines Volks nach dem andern,nebst der Chronologie erlernt, welches ich damalsmit Heißhunger verschlang, aus dem ich jetzt nurnoch ein Drittheil wahr finde, das mir aber größereDienste, als irgend eines, durch seine Klarheit undgute Ordnung that, das ist nun so altmodisch,daß ich es nicht mehr nennen darf*); und in denneuern ist Philosophie, ist Politik, ist Stpl, istalles außer dem, was ich für das Wesentlichstehalte Deutlichkeit, Ordnung, die Fabeln fürdas Kinderalter, Popularität. Meine Methode,in der ich meine 3 Dekaden schreibe, ist fürJünglinge von 24 Jahren, für Männer. Ich darfdemnach wohl sagen, daß auch andere nicht sind,was für Kinder nützlich wäre. Indessen, da ich»och etwas sagen soll, und nicht gar auf den An-fang des Jahrhunderts zurückkehren darf, so lerneder Junker die Epochen, die in Schlötzers Vor-stellung der Univ. Historie für die alteGesch. ganz gut angegeben sind. Während derZeit werde ich denken und für das Mittelalter et-was ausfinden. Du aber, erkläre ihm indeß jenesvom Schlötzer mit d'Anville's Karten dabei. (Wenn

) Der Verfasser meint Joh. Hühners politische Historie(Th. IV- S. II. und 2i).