Briefe an Bonstetten.
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mißverstehst, und dann mit der Breitart so gräu-lich dreinhaust; ich finde, daß du dich ein wenigtrcmbleysirt hast.
Ihr könnt Euch vorstellen, wie ich die Größeder Dänen vom rten April gefühlt: das ist groß,nach langer Ruhe, aufgerufen sich zu zeigen, wieman soll. Ihr begreift, wie schmerzlich dieses michan 1798 erinnert. Aber ihr hattet einen lieben-den Geist, ihr wäret eine Nation; wir zweiund zwanzig, und der Geist war erloschen;negligentia reipublicae, wie Uns Fvrstner schonvor 181 Jahren es sagte.
Mir scheint übertrieben, was man Euch überdie Schweiz und Bern schreibt. Freilich die altenFamilien können jetzt sich nicht anders als unglück-lich finden; freilich fehlen auch jene alten Mittelder Wohlthätigkeit; freilich ist die schöne Ordnungin manchen Sachen auseinandergesprengt; aberanstatt zu jammern und auf einen englischen Mes-sias zu warten, sollte man sich in das Geschehenefinden, das möglichste Gute thätig wirken, sich indas Getümmel herein werfen, um es zu leiten,zu stillen; und bedenken, wie viel, wie sehr vielm mehr als Einem Sinn doch noch bleibt (oderherstellbar ist).
*) Die Cantate habe ich mit innigster Bewe-gung und Thränen gelesen, und habe die Kraftnoch nicht, sie laut jemanden vorzulesen; sie be-wegt meine ganze Seele. Auch F. fühlt sie ganz.
Am isten Junius nach Brüssel; am 9ten nachTrier; am Lösten das Land hinauf noch einmal indie Schweiz ; gegen Ende Julius heim. Das Sicherste
') Die Schlacht am grünen Donnerstage i«oi. SieheIr. Bruns Gedichte I8v8. A. d. H.