Briefe an Bonstetten.
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neu ergießt, sondern die langsam tödtende Ueber-legung, welche das Nichts neuer Träume wieder-kehrenden Glücks mir zeigt.
Ich mußte dir dieses sagen. Lieber! Dazudrängt das Herz mich, worin, so zerrissen es ist,gleichwohl dieselbe Erinnerung unauslöschlich ist,welche die Briefe* **) ) in mir wieder erneuert ha-ben — daß, wenn das Glück besser gewesen wäre,Wille und Vermögen zu gemeinnütziger Wirksam-keit nicht gefehlt hätten. Kalt, wie Gift, hatschwarzer Betrug (ein Erstgeborner des Vatersder Lüge) die, von Liebe und Weisheit zu nahr-hafter Fruchtbringung aufgenahrte Pflanze berührt;ist's Wunder, wenn hinsinkend sie noch Einmal,wie einen Kuß zu duften, sich öffnet zu dem,dessen Hand liebevoll einst ihr gepflegt! Verzeih',sie würde sonst in der Wüste der Karserstadt ganzunbekannt fallen; außer ein paar Fremden, dienichts vermögen, ist wenig Mitgefühl undHülfe;*") welche Leere ich nicht so empfand, solang' mir's wohl ging und ich ruhig studirte.Im Uebrigen bin ich zwar, wie du siehst. Lieber!schmerzlich gedrückt (und wie konnte ich die Würdeund Ruhe meiner Tage und die Aussicht wohl-thätiger und löblicher Wirksamkeit gleichgültigverschwinden sehen?); entwürdiget fühle ich mich
*) Die Herausgabe der Briefe an Bonstetten.
**) Der obersten Polizei muß ich die Gerechtigkeitwiderfahren lassen, daß sie die Sache mit Weis-heit anzugreifen, und die Humanität zu habenscheint, für meine Beruhigung sorgen zu wollen(Ersatz begehre ich nicht; es wäre unnütz; die Be-trüger waren verschwunden), wofür gewiß allemeine Freunde ihr Dank wissen werden.