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Johannes von Müllers Briefe an Carl Victor von Bonstetten III : geschrieben vom Jahr 1773 bis 1809 ; Briefe an Herrn Charles Bonnet : Briefe an Freunde 1 / herausgegeben von Friederika Brun
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Briefe an Bonstetten.

in der Seele nicht; nichts Unedles that ick;wäre ich nicht so gut gewesen, es wäre nicht sogegangen, so wie ich beweisen kann, daß wennGewissen «nd Ehre mir weniger werth wären,meine Lage überhaupt viel anders seyn würde.Aber erinnere dich Bonnets, unseres guten Va-ters, erinnere dich unseres Gesprächs, als Al-brecht von Haller starb: die gewonnenen Ideenund Gefühle, wenn man sie jetzt auch nicht aus-breiten kann, wenn man auch vergebens gelebtzu haben, und ohne Befriedigung in die Grubezu steigen scheint, sind einmal doch der Seele Ei-genthum, das wohl nicht modern wird; in einerkünftige» Organisationsperiode werden die Keimesich entwickeln, und geläutert, vergeistigt, dieunsterbliche Frucht hervorbringen; welches, ohneerwiesen zu seyn, doch tröstende Traumbildergibt, wie ich gegen den Eindruck der Gegenwartsie bedarf. Kämpfen will ich, gegen diesen michempor zu halten, auf daß dein Freund, aus Ge-schichte und Lebenserfahrung mit dem Untergängedes Größten und Besten vertraut gemacht, ineigener Noth nicht Schwäche verrathe. Nicht soller das; obwohl durch zu gute Meinung von denMenschen getäuscht, ist doch nicht ganz unmöglich,daß Edle, wenn sie sein Mißgeschick wissen, mithülfreichcr Hand ihn herausreißen, und was erist, weiß und kann, in diesem Augenblick sichzueignen: so daß ich auch auf solchen Fall michm der Kraft zu erhalten habe, dankbar seyn zukönnen. Zu dem Ende werde ich so bald als mög-lich über meinen Schmerz zu gewinnen trachten,daß er mich arbeiten lasse, was in jeder Hinsichtmir so nothwendig ist. Sage mir, ob du nichtmich verkennst? ob dein Herz noch des meinigenStimme versteht? Ich will mit keiner fernern