Buch 
Der nützlichen Hauss- und Veld-Schule erster Theil, in welchem ausführlich enthalten, wie man ein Land-Feld-Guth und Meyerey mit aller Zugehöre ... mit Nutzen anordnen solle : worbey dann auch zugleich eine zur Hausshaltung auf dem Lande nützliche Hauss-Artzney für Menschen und Viehe, samt allerhand raren und vorträglichen Hauss-Künsten, mit sonderbarem Fleiss colligirt ... / und nunmehr mit dem lang-verlangten zweyten Theil, samt darzu gehörigen Figuren und einem vollständigen Register an den Tag gegeben durch Georg Andream Böckler
JPEG-Download
 

86 Claſſ. X. Von der Witterung

1

28. Wann die Fleder⸗Maͤuſe des Abends haͤuffiger zuüſammen ſiſegen/als jemals zuvor/ ſo bedeutet es ſchoͤn Wetter.

29. Siehet man die Kraniche in groſſer Menge zufliehen/ ſtill und ſicher/und fliehen nicht ordentlich hin/ ſo ſoll man ein gewuͤnſchtes Wetter erwarten.

30. Wann kleine Fliegen oder Mucken des Abends nach der SonnenNiedergang haͤuffig bey emander fliegen/ gleichſam als ein Pyramis oder2 nahe an der Erden/ ſind gewiß ein Zeichen zu klarem und trockenem

etter.

31. Wann das Meer ungewoͤhnlich bey ſtillem Wetter brauſet undmurret/ ſo bedeutet es Regen und Wind.

32. Wann Bronnen und Fluͤſſe ungewoͤhnlich bald außtrocknen/ ſowerden ſie bald mit groſſem und vielem Regen wieder gefuͤllet.

33. Wann die Froͤſche ohne Maſſe ſchreyen und quarcken/ außgenommeninder erſten Zeit/ ſo vernehmen ſie/ daß Regen vorhanden ſeye.

34. Wannſich die Muſcheln an die Steine hangen/ und die Krebſe kleineSandſteine in die Scheeren und Mund nehmen/ und ſich mit Sand verde-cken/ ſo befuͤrchten ſie einen ſtuͤrmenden Regen.

35. Wann die Krebſe aus ihrem gewoͤhnlichen Waſſer kriechen/ ſo ge-warten ſie Regen und Sturm.

36. Springen die Fiſche offt uͤber das Waſſer bey klarem Wetter/ ſobedeutet es Regen.

37. Wann die Berge oben auf der Spitzen mit einer Nebel⸗Kappe bede-cket/ oder gleichſam rauchen/ ſo wird es bald regnen.

38. Wann die Omeiſen gleichſam Streits⸗weiß lauffen/ tragenihre Eyeraus den Hauffen/ und wiederum hinein/ ſo bedeutet es Regen.

39. Wann die Maulwauͤrffe ihre Hauffen und Loͤcher hoͤher und hefftigermachen/ als ſonſten/ ſo bedeutet es ingleichen Regen.

40. Wann die Maͤuſe Hauffen⸗weiß Durſts halber auf die Stroh⸗Daͤ-cher lauffen/ ſo ſind ſie des Regens Vor⸗Botten.

41. Wann die junge Kuͤhe/ die noch nicht gekalbet haben/ lauffen/ gleichals waͤren ſie raſend und toll/ hin und her/ auf und nieder/ unter die Pferde/oder ander groß Viehe/ ſo iſt es ein gewiß Zeichen zum Regen.

42. Wann die Schweine mit ihren Schnautzen oder Maͤulern offt ſichhin und her werffen/ Korn⸗Garben oder Heu⸗Buͤnde zerſtreuen/ als ob ſietoll ſeynd/ ſo folget bald ein Regen.

43. Wann Eber/ Schaf und Laͤmmer/ mehr als ſonſten gewoͤhnlich/ſich mit den Haͤuptern und Hoͤrnern ſtoſſen/ oder mit Fuͤſſen ſchlagen/ ſo willein naſſer Sturm kommen.

44. Wann eine Katze offt und lang ihre vordere Fuͤſſe leckt/ 1.9-