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Der nützlichen Hauss- und Veld-Schule erster Theil, in welchem ausführlich enthalten, wie man ein Land-Feld-Guth und Meyerey mit aller Zugehöre ... mit Nutzen anordnen solle : worbey dann auch zugleich eine zur Hausshaltung auf dem Lande nützliche Hauss-Artzney für Menschen und Viehe, samt allerhand raren und vorträglichen Hauss-Künsten, mit sonderbarem Fleiss colligirt ... / und nunmehr mit dem lang-verlangten zweyten Theil, samt darzu gehörigen Figuren und einem vollständigen Register an den Tag gegeben durch Georg Andream Böckler
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38 Claſf. IX. Von der Witterung

61. Wann die Endten bey klarem Wetter ſich munlen/ und fleucht eineuͤber die andere mit ungewoͤhnlichem Geſchrey/ ſo lie nicht nach einander ſu-chen/ ſo iſt Regen und Sturm vorhanden.

62. Wann der Hahn des Abends ſtracks nach der Sonnen Untergangofft kraͤhet/ ſo rufft er Regen aus.

63. Wann ſich die Henne nicht verbirgt/ wann es regnet/ ſondern ſichauffſchüͤrtzet/ und gehet nach ihrer Speiſe/ wo ſie die bekommen kan/ ſo erwar-tet ſie nicht bald das Ende des Rigens.

64. Sliegen die Huͤner ſpaͤt des Morgens nieder/ oder lauffen ſchnell desTages auf eine Staͤtte/ daes nicht kanhin regnen/ ſo erwarten ſie einen groſſenRegen/ oder/ da es ſchon regnet/ daß der Regen lang beſtaͤndig ſeyn will.

65. Wann die Pfauen offt und laut des Nachts ſchreyen/ ſo bedeutet esRegen.960. Wann die Waſſer⸗Voͤgel ihr gewoͤhnliches Waſſer verlaſſen/ undſitzen neben das Waſſer auf das Land/ ſchuͤtteln die Federn/ ſeynd es gewiſſeZeichen zum Regen. V

67. Wann die Poͤgel/ ſo Neſter auf den Baͤumen haben/ vor ihrer ge-Zeit mit Anzahl nach den Baͤumen fliegen/ ſo befuͤrchten ſie

Regen.

68. Wann die Berge/ Waͤlder oder Thuͤrne in der Lufft ſcheinen/ alswaͤren ſie bleicher/ blau⸗und finſtexer/ als ſonſten ſie anzuſehen ſeynd/ ſo iſtRegen zu vermuthen. 8

69. Wann das Feuer ſich nicht gern anzundenlaͤſſet/ und will nicht bren-nen/ ſo iſt feucht Wetter vorhanden.

70. Wann die höltzerne Saltzkueffen/ in welchen man Fleiſch einſaltzet/ſchwitzen/ oder das Saltz von ſich ſelber zerſchmeltzet/ ſo iſt es eine Anzeigungfeuchten Wetters und Regens.

71. Wann die Liechter des Nachts uͤbel und dunckel brennen/ gleich alswolten ſie außgehen/ und die Strahlen gehen dunckel und ſtumpff von ih-nen/ ſo iſt Regen vorhanden.

72. So Oel in einer brennenden Lampe/ oder ihre Flamme ohne allenatuͤrliche Urſachen ſpraſſelt/ oder ſpreitzet offt/ oder ungewoͤhnlich/ gleich alsob Waſſer darinn waͤre/ ſo iſt bald Regen vorhanden.

73. Wann zu Nacht um ein brennendes Liecht eine Krone mit aller-ley Farben/ gleichwie ein Regen⸗Bogen erſcheinet/ ſo verkehret ſich die Lufftin Feuchtigkeit.

74. Wann das Feuer auf dem Heerd und im Schornſtein flackert/ alsob es wolte außgehen/ ohne alle wiſſentliche Urſache/ und der Rauch willnicht durch den Schornſtein/ wird quch durch keinen Wind verhindert/ ſoſt der Regen nicht weit. 75. Wann