Band 
Erster Band.
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Branranre.

mitgetheilt, mit welchem Serlio seine Abhandlung über dieArchitektur geziert. Nach diesem Plane also, von dem wirin dem Leben Raphaels Anlaß finden werden, umständlicherzu sprechen, kann man beurtheilen, was Bramante auszuführengedachte. Kein Plan, wie wir dann wiederholen werden,stellt eine vollkommenere Einheit, eine schönere Harmonie inseinen Linien, eine größere Uebereinstimmung aller seiner Theiledar und hätte zugleich eine Idee von einem größer» innernRaume gewährt. Die heutige St. Peterskirche scheint wenigergroß, als sie wirklich ist; die St. Peterskirche von Bramante würbe dem äußern Anscheine nach größer, als in der Wirk-lichkeit gewesen seyn.

Das Aeußere würde dem Verdienst des Innern vollkommenentsprochen haben. Das Peristyl hätte in seiner Tiefe dreiReihen, wenn auch in ungleichen Entfernungen von einanderabstehende Säulen enthalten. Die Kuppel wäre die des Pan-theons gewesen, von außen mit einer Säulenreihe geziert. Bra-mantc ahmte sie sogar bis auf die Stufenreihen nach, welcheum den obern Theil dieses antiken Gewölbes laufen. Wennman den gleichzeitigen Medaillen Glauben schenken darf, die vonCoradofso gestochen und unter Julius II. und Leo X. geprägtworden, und die Vorderseite der von Bramante projektirtenBasilika darstellen, wäre das Aeußere des Denkmals mit zweiGlockenthürmen geziert worden.

Der Gedanke, das Pantheon auf den Gewölben des Tem-pels des Friedens aufzuführen, ist demnach das EigenthumBramante's , obgleich man seitdem die Ehre desselben demMichel Angelo zugeschrieben. Dieser hatte den Ruhm, auszu-führen, was der Andere projeklirt hatte.

Aber würde Bramante , wenn er am Leben geblieben, seinProjekt nach den Angaben seines eben erwähnten Planes habenausführen können? Jedermann sagt einstimmig: Nein; unddieß vermindert allerdings in der öffentlichen Meinung das Ver-