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dienst seiner Erfindung. Es ist zum Beispiel hinlänglich er-wiesen, daß die Pfeiler des Doms bei Weitem nicht starkgenug gewesen wären, die ihnen auferlegte Last zu tragen;dann glaubt man überdieß noch, daß das Gewicht seiner Kup-pel viel schwerer geworden wäre, als das der Kuppel MichelAngelo's. Und doch glaubte dieser seine Pfeiler dreimal dickermachen zu müssen, als Bramante die Seinigen.
Gleichwohl wurde die Zeichnung des Letztem von Ju-lius II. genehmigt, auf der Stelle mit einer Kühnheit undSchnelligkeit in Ausführung gesetzt, deren Bramante.und Ju-lius II. allein fähig waren. Den 18. April 1506 brach mandie Hälfte der alten Basilika ab. Der erste Grundstein wurdevon dem Pabste zu dem Pfeiler des Doms gelegt, welchenman den, der heiligen Veronika nennt. Bald sah man dievier Pfeiler aufführen, die vier großen Bogen wurden gewölbtund der Haibzirkel beendigt. Aber bald auch beugte das Ge-wicht der Gewölbe ihre Stützen und allenthalben zeigten sichRisse. Das Gebäude hatte demnach in den zur Unterstützungder Kuppel bestimmten Theilen weder die Höhe erreicht, nochdie Last zu tragen, die ihm zugedacht waren, und schon drohtees den Einsturz. Hierzu trug die allzu große Eile im Bauenebenfalls das Ihrige bei; denn auch die Materialien bedürfender Einwirkung der Zeit, um sich allmäh lig senken undeben dadurch erst festsetzen zu können.
Da mittlerweile Bramante gestorben, so waren Raphael,Giocondo , und Giuliano da Sän Gallo, so wie in der FolgeBaltaffarre Peruzzi und Antonio da Sän Gallo auf Mittelbedacht, der drohenden Gefahr vorzubeugen. Alle, Theils zu-sammen, Theils nach einander waren der Meinung, daß mandie Pfeiler des Doms um Vieles verstärken müsse. Endlichbemächtigte sich Michel Angelo der Unternehmung und führtesie, wie wir in seiner Biographie sehen werden, glücklich zuEnde. Aber die einzige, hinsichtlich der Dicke der Pfeiler desl. 8