Baltassarre Peruzzi. 127
aber nicht ausgeführt. Unter seine Werke zählt man auchdie Pforte der St. Michelskirche in Bosco,.einem schönenKloster außerhalb Bologna ; die Hauptkirche von Capri,welche nach seinem Plane aufgeführt wurde und die St.Nikolaikirche in der nämlichen Stadt, deren Arbeit er ange-fangen, aber wieder aufzugeben, oder vielmehr zu verlassengenöthigt war, um sich mit den Befestigungswerken der StadtSiena zu beschäftigen.
Bei seiner Zurückkunft nach Rom wurde er vom PapstLeo X. bei dem Bau der neuen St. Peterskirche angestellt.Bramante hatte die Fundamente derselben mit jener Ueber-eilung gelegt, mit welcher er, oder wenn man will, mitwelcher Julius II. ihn bei den meisten seiner Gebäude zuverfahren antrieb. Nachdem beide gestorben, erschrack manüber die Größe der Massen und die Schwäche der Stütz-punkte und sann blos auf Mittel, die Einen zu vermindernund die Anderen zu verstärken.
Balthasar Peruzzi erhielt nach verschiedenen Vorgängernebenfalls den Auftrag, sein Modell vorzuzeigen, wovon unsSerlio die Zeichnung aufbewahrt. Es bildet ein griechischesKreuz, dessen vier Arme sich in eben so viele Halbzirkel endigen.Zwischen jedem dieser Halbzirkel erhebt sich von außen nacheinem viereckigen Grundrisse eine Sakristei. Die Massender vier Sakristeien sollten eben so vielen Glockenthürmenzum Untersatze dienen. Jeder Halbzirkel hat eine Thüre,welche in einen halbzirkelrunden Portikus führt, von wo ausman in die Kirche gelangt. Der Hochaltar befindet sichzwischen den vier Pfeilern, welche eine Kuppel von 188Palmen im Durchmesser tragen. Sie ist von vier kleinerenKuppeln, von 65 Palmen im Durchmesser umgeben, die sichauf dem Mittelpunkte des Kreuzes der vier Schiffe erheben.Dieser ganze Plan ist mit einer vollkommenen Symetrie undmit der größten Einsicht entworfen. Obgleich er nicht zur