130 Baltassarre Peruzzi.
Handelsstädte entspricht. Man kann von diesen Architektendieses oder jenes Haus mit Laden und Halbgeschoß anführen,welches demungeachtet ein Meisterstück des guten Geschmackes ist.
Es ist sehr zu bedauern, daß dieser schöne Styl, welcherzu Rom der herrschende, und wie dieß immer zu geschehenpflegt, eine Art von Mode zu werden begann, nicht von län-gerer Dauer war. Das Projekt Leo's X. würde sich verwirk-licht und das neue Rom bald wieder ein wahres Bild desalten dargestellt haben. Aber als eben alle Künste gleichenund raschen Schrittes ihre ehemalige Höhe wieder zu ersteigenschienen, hemmten drei auf einander gefolgten Ereignisse ihrenGang zum vorgesteckten nicht sehr fernen Ziele.
Das Erste war der so frühzeitige Tod Raphael's. Diegroße Schule, deren Seele er war, verlor alle ihre Schnell-kraft und begann sich aufzulösen. Die, geschickten Künstler,aus denen sie bestand, verbreiteten, wenn man will, durch ihreZerstreuung, das Licht des Alterthums auf mehrere Punkte.Aber diese zerstreuten und sich von einander entfernenden Strah-len brachten nur einen schwachen Schein hervor.
Der zweite Schlag für die Fortschritte der Künste war derTod Leo's X., welcher kurze Zeit darauf erfolgte und für dieKünstler, während des Pvntifikats Adrians VI. , eine Art vonInterregnum hervorbrachte, bis endlich ein neuer Medicis, wel-cher im Jahre 1524 zum Papste erwählt wurde, mit sichzugleich wieder alle Hoffnungen, die sich an seinen bloßenNamen knüpften, in Rom einführte.
Das letzte und unglücklichste Ereigniß aber war die Ein-nahme und Plünderung Roms durch den Connetable von Bour-bon im Jahre 1527. Nun verschwand alle Hoffnung, dieBestandtheile dieser berühmten Künstler-Generation, welcheLeo X . um sich vereinigt, auf's Neue versammeln zu können.Viele gingen in dieser Katastrophe unter; die Uebrigen warengenöthigt, ihr Heil in der Flucht zu suchen.