Band 
Erster Band.
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Baltassarre Peruzzi. ' 131

Balthasar Peruzzi lief während dieser Krisis die größtenGefahren. Seine edle, liebenswürdige und zugleich ernsthaftePhysionomie veranlaßte, daß man ihn für irgend einen ver-kleideten Prälaten, oder wenigstens für einen Mann hielt, denman brandschatzen könne. Er wurde gefangen genommen undhatte alle Arten von Beschimpfung und übler Behandlung zuerdulden. Als es ihm endlich gelang, den Soldaten wahr-scheinlich zu machen, daß er nur ein armer Maler sei, mußteer ihnen, um sie zu überzeugen, das Portrait des Connetablesvon Vourbon malen, welcher bei seinem Einzüge in Rom getödtet worden. Um diesen Preis erhielt er seine Freiheitwieder. Ihren Händen entronnen, schiffte er sich nach PortoErcole ein, von wo er sich nach Siena begeben wollte, alser auf dem Wege dahin auf's Neue gefangen genommen undgänzlich ausgeplündert wurde. In diesem traurigen Zustandelangte er in der Stadt Siena an, die er aus Vorliebe fürseine Vaterstadt erkannte.

Peruzzi fand dort Freunde, die sich beeiferten, ihn zuunterstützen und ihm Arbeit zu verschaffen. Diese bestandenhauptsächlich in der Erbauung von Privathäusern so wie inder Dekoration der Orgel in der Kirche äol 6urmiue. Auchübertrug man ihm die Vollendung der Befestigungswerke vonSiena , welche früher nach seinem Plane angelegt worden.

Ungefähr um die nämliche Zeit wollte ihn Clemens VII. ,welcher seine Fähigkeit als Ingenieur kannte, in dieser Eigen-schaft in dem Kriege gegen Florenz anstellen, welches er mitdem kaiserlichen Heere belagerte. Aber Peruzzi opferte dieGunst des Papstes seiner Liebe für diese ihm so theuere Stadtauf und lehnte den Antrag von sich ab. Der Papst wurdehierüber etwas empfindlich, und nach dem allgemeinen Friedensah sich der Künstler genöthigt, auch den seinigen mit demobersten Priester zu schließen, wobei die Kardinäle Salviati,Trwulzi und Cäsarino das Vermittlergeschäft übernahmen.

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