132 Baltassarre Peruzzi.
Balthasar Peruzzi ergriff zu Rom seine gewohnten Arbeitenwieder. Er gab den Fürsten Orsini verschiedene Zeichnungenzu Palästen, von welchen die Einen bei Viterbo , die Anderenin Apulien aufgeführt wurden. Der Hof des Palastes Altemps zu Rom gilt ebenfalls für sein Werk, wofür allerdings schonder darin herrschende vernünftige Geschmack spricht. In jedemFalle war dieß indessen nur eine Art von Restauration.
Ein Gebäude aber, welches ganz von ihm und in jederBeziehung wahrhaft originell ist, das man als sein Meister-stück betrachtet, und welches sich unter allen denen der neuernArchitektur in Rom unterscheidet, ist der Palast Massimi.Die Kunst hat ohne Zweifel größere und prächtigere hervorge-bracht. Keiner aber bietet in einem kleinern Maaßstabe undauf einem so beschränkten Raume eine neuere und sinnreicherePartie, einen Anblick dar, welcher eine richtigere Vorstellungvon den Wohnungen des alten Roms zu gewähren vermag.
Das erste Verdienst des Architekten bei diesem Werke war,daß er eine undankbare, beschränkte und unregelmäßige Lageso glücklich zu seinem Vortheile zu benutzen wußte. Die An-lage dieses Palastes ist so, daß man sie für eine freie Erfin-dung und nicht für ein Gebot der Nothwendigkeit halten sollte.Der gebogenen Richtung der Straße entsprechend, besteht dieFatzade des Palastes in einem kreisförmigen Aufriß, in seinemganzen Umfange mit regelmäßig behauenen hervorstehendenWerkstücken gezirt. Eine dorische Säulenordnung umfaßt denUmriß des Erdgeschosses, dessen Mitte ein Verhaus darstellt,gebildet von freistehenden Säulen, die zu zwei und zwei ge-stellt sind (welches nicht gekuppelt heißt). Der Raum zwischenden Säulen ist am Eingänge weiter als bei den übrigen.Er führt zu einem kleinen Portikus, den man eben so gernefür ein alterthümliches Atrium halten möchte. Seine Decke,in Felder abgetheilt, ist mit sehr eleganten Stuckaturarbeitengeziert. An jedem äußersten Ende befindet sich eine große