Band 
Erster Band.
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Raphael Sanzio . 139

werk geziert sind. Die Säulenordnung der ersten Etage istjonisch, die der zweiten korinthisch. Bramante und Raphaelhatten sehr im Gebrauche, die Säulen oder Pilaster gegendie Fensterpfeiler zu kuppeln. Die Breite, welche man jetztdiesen Pfeilern in den Palästen Italiens gibt, war diesemGebrauche sehr günstig. Uebrigens zeichnet sich dieser Palastdurch einen Geschmack von Modenatur oder sehr korrektenProfilen, durch eine schöne Ausführung der Details und durchden Adel und die Form der Gesimse aus, welche den Fen-stern zur Einfassung dienen.

Noch mehr indessen bewundert man in Florenz den in derStraße Sän Gallo nach den Zeichnungen Raphaels aufge-führten Palast des Bischofs von Troya, Gianozzo Pandolfini,welcher sein großer Freund war (Vasari ). Gewiß gibt esvon keinem Architekten zu einem Palaste einen ediern Aufrißvon einem reinern Styl, von einer elegantern und verstän-digern Anordnung. Weder Balthasar Peruzzi , noch Sän Gallonoch Palladio haben ein besseres Ensemble mit schöneren De-tails noch in angenehmeren Verhältnissen hervorgebracht. Nir-gends bietet die Architektur Fenster mit schöneren Einfassungennoch Etagen mit solchen Zwischenräumen dar, die mit mehrGeschmack jene Ruhe oder jene glatten Theile darstellen, welcheden Reichthum der Details und der Verzierungen nur nochglänzender hervorheben. Das Gesims, welches mit vieler An-muth die Masse des Palastes krönt, wird in der „Sammlungder schönsten Details der Denkmäler von Florenz " von Rüg-gieri, zu den wahrhaft klassischen Mustern gezählt.

Raphael bewohnte in der Straße Lor^o Auovo zu Rom einen sehr schönen Palast, welcher weggerissen wurde, um dieColonnaden auf dem St. Petersplatze aufführen zu können.Vasari spricht an zwei Orten davvn: in dem Leben Braman-te's und in dem des Raphaels. In dem Letztem berichteter uns, daß Raphael, (per lasclar memoria cki se) um