Band 
Erster Band.
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Naphacl Sanzio.

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in Gewölben aufzuführen, mußte er nothwendig die Säulendurch Pfeiler und die Gurten durch große Bogen ersetzen.

Da dieß einmal angenommen war, und Raphael keineWahl mehr hatte, muß man gestehen, daß me ein so einfacher,großartiger und so vollkommen harmonischer Plan entworfenworden. Wer sich die Mühe geben will, alle Theile desselbenzu untersuchen, wird zum Beispiel finden, daß bei den zirkel-runden Theilen des Chors oder der beiden Arme des Kreuzesjede Form eine glückliche Nachahmung, hier des Pantheons,dort eines andern alterthümlichen Denkmals ist. Wir könnenuns hier nicht auf die Gründe einlassen, die in der Folge esnothwendig machten, die Pfeiler der Kuppel zu verstärken,wodurch nach und nach eine gänzliche Veränderung des vonRaphael entworfenen Plans herbeigeführt wurde. Aber abge-sehen von diesen Gründen wird man eingestchen, daß Letztererviele Vorzüge vor demjenigen besaß, der statt seiner ausgeführtwurde, und darum theorethisch zu sprechen, stets bedauern,daß man von demselben abgehen mußte.

Raphael wurde im Monat August 1515 von Leo X . zumArchitekten der neuen St. Peterskirche ernannt. Ein Brevedes nämlichen Papstes von dem nämlichen Monat des darauf-folgenden Jahres übertrug ihm die allgemeine Oberaufsichtüber alle alterthümlichen Ueberreste, so wohl von Materialien,welche zur Verzierung der neuen Basilika dienen konnten, alsvon allen Gegenständen überhaupt, die der Aufbewahrungwürdig waren. Das nämliche Breve verbietet allen Marmor-sägern, irgend einen, mit einer Inschrift versehenen Steinohne Befehl oder Erlaubniß Raphaels zu verarbeiten, welchemdie Vollmacht ertheilt wurde, die Zuwiderhandelnden einerStrafe von hundert bis dreihundert Gvld-Skudi zu unterziehen.

Paul Jove , ein Zeitgenosse Raphaels, sagt in der Lob-rede, die er seinem Andenken gewidmet, ausdrücklich, daß er dieUeberreste des alten Roms studirt und ausgcmeffen, um dasI. 10