Band 
Erster Band.
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Sän Micheli.

wovon jedes für sich allein schon Ansprüche auf die größteCelebrität zu machen berechtigt war. Da wir indessen seinesämmtlichen Verdienste und Arbeiten nur in kurzen Umrissenschildern können, so werden wir, um nicht eine zu großeVerwirrung in ihre Beschreibung zu bringen, zunächst undnur kürzlich von den Militär-Architekturarbetten handeln, dieihn einen so großen Theil seines Lebens beschäftigt, und denRest seiner Geschichte jenen seiner Denkmäler vorbehalten, diemehr der eigentlichen Architektur angehören.

Sän Micheli hatte zu seinen ersten Lehrern seinen Vaterund seinen Oheim, beide sehr gute Architekten, deren Verdienster aber in der Folge übertreffen und verdunkeln sollte. Baldließ sein Genie ihn ahnen, daß eS noch eine höhere Schulegebe, als die seiner Meister: eine Schule, deren Lehrer dieDenkmäler des Alterthums seien, deren Daseyn und Vorzügeihm schon das Amphitheater von Verona entdeckt. Kaumsechzehn Jahre alt verließ er seine Vaterstadt, um seine Kunstin den Gebäuden des alten Roms zu lernen. Er studirtedie Grundsätze, die Formen und den Geschmack derselben undeignete sich dieß Alles nicht nur durch die Zeichnungen, dieer von jenen Denkmälern machte und durch die Maaße, dieer davon nahm, sondern durch jene forschende Kraft des Gcnie'san, die, indem sie von jedem Werke Rechenschaft verlangt,in seiner Wirkung die Ursache aufsucht, welche dieselbe hervor-bringt. So gelang es ihm in sehr kurzer Zeit, so wohl inRom als in den benachbarten Ländern sich den Ruf einesvollendeten Architekten zu erwerben.

Er vermehrte denselben bald noch durch die Arbeiten an derKathedralkirche zu Orvietto, wovon wir weiter unten sprechenwerden, durch die Construktion der Kirche von Monte Fiasconeund durch andere Arbeiten für Partikularen, welche die Auf-merksamkeit Clemens VII. auf ihn rege machten. Dieser Papstsah während der Kriege, welche ganz Italien beunruhigten,