Band 
Erster Band.
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Sän Micheli.

die Nothwendigkeit ein, die meisten Städte des Kirchenstaatesund besonders Parma und Piacenza , welche -Theils wegenihrer Entfernung von Rom und Theils wegen ihrer Nähean den Landesgränzcn der kriegführenden Mächte, mehr aus-gesetzt waren, als die klebrigen, befestigen zu lassen. Mitdieser wichtigen Arbeit beauftragte er Sän Micheli und ge-sellte ihn Anton Sän Gallo dem Aeltern bei, welche Beidesich dieser mühevollen Sendung zur gänzlichen Zufriedenheitdes obersten Priesters entledigten. So fand Sän Michelisich zu einer Art von Arbeiten verleitet, die seinen Nameneinst unsterblich machen sollten.

Nach mehreren Jahren, die er sehr mühsam mit denselbenzugebracht, sehnte er sich in sein Vaterland zurückzukehren,in der doppelten Absicht, sowohl seine Familie wieder zusehen, als auch zu seiner Belehrung die Festungen der Repu-blick Venedig in Augenschein zu nehmen. Er besuchte Treviso und Padua , ohne alle andere Absicht, als um die früherenMilitär-Construktionen im Interesse seiner Kunst zu unter-suchen. Die Venetianische Regierung aber vermuthete seinerseitsandere Absichten und ließ ihn als einen Spion in Verhaftnehmen. Die Untersuchung seines Betragens und seiner Per-son zeigten indessen bald, daß man sich geirrt. Man setzteihn nicht nur in Freiheit, sondern bat ihn auch, in dieDienste der Republick zu treten. Er entschuldigte sich, diesenAntrag ablehnen zu müssen, indem er als Grund anführte,daß er für diesen Augenblick durch seine Verbindlichkeit gegenden Papst zurückgehalten werde; versprach aber, sich binnenKurzem derselben zu entledigen, und seinem Vaterlande zudienen. Er hielt Wort und bekam sowohl auf seine eigenenBitten, als auf die dringenden Vorstellungen Venedigs , vonden: Papste seinen Abschied.

Von nun an widmete sich Sän Micheli mit dem größtenEifer der Wissenschaft und den Arbeiten der Kriegs-Baukunst.