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Sän Micheli.
Jbm verdankt man in der That das neue Befestigungs-system. Die Ehre der Erfindung desselben wurde ihm inder Meinung Eurvpens erst lange Zeit nachher zugestanden.Dieß scheint sich uns durch die Veränderung zu erklären, diein der politischen Wichtigkeit der Nationen eingetreten, derenLänder der Schauplatz der größten Kriege wurden, nachdemItalien aufgehört hatte, in der Wagschaalc der kriegführen-den Mächte Europens einiges Gewicht zu haben.
Vor Sän Micheli baute man alle Festungswälle zirkel-förmig oder viereckig. Er war der Erste, der von dieserMethode abging. Er führte statt derselben eine Neue ein,indem er die Form der Bastionen veränderte, die er drei-oder fünfeckig machte. Zwei Winkel derselben werden durchdas Zusammentreffen der Flanken mit den Courtincn, zweiandere durch die Flanken und die Facen und der fünftedurch das Zusammentreffen der beiden Facen gebildet. Ererfand die Casematten der Flanken, welche nicht nur dasFeuer der Vertheidigungslinien verdoppeln, sondern auch dieganze Courtine und die Face der benachbarten Bastionenflankiren oder vertheidigen und den Graben, den gedecktenWeg und das Glacis reinigen.
Das Geheimniß dieser Construktion bestand darin, dasMittel zu finden, daß alle Theile innerhalb des Platzes durchdie Flanken der Bastionen vertheidigt werden. Nach dervorhergehenden, das heißt, nach der Methode der zirkelför-migen oder viereckigen Bastionen blieb ihre Fronte, oder derRaum in dem durch die Schußlinien der Seiten-Bastionengebildeten Dreieck unvertheidigt.
Dieß die Erfindung Sän Micheli's, an welcher Vauban und andere Ingenieurs nur einige Modifikationen anzubringenwußten.
Sän Micheli erbaute zu Verona fünf oder sechs Bastio-nen nach dem eben dargelegten Systeme. Sie bestehen bereits