Band 
Erster Band.
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Sän Micheli.

steröffnungen. Diese ganze Anordnung ist im korinthischenStnle. Die Pilaster und Säulen des Erdgeschosses oder derersten Etage sind von der eben genannten Ordnung. Diedritte ist eine (aus der korinthischen und jonischen) zusammen-gesetzte. Man hat dieser Etage, welche durch ihre Stellungund die Wahl ihrer Säulenordnung mehr Eleganz zu fordernschien, zum Vonvurf gemacht, daß sie von einem zu kurzenVerhältnisse sei und ein zu gedrücktes Ansehen habe, das mitdem klebrigen nicht übereinstimme.

Aber man weiß, daß Sän Micheli das Unglück hatte,auch diese große Construktion nicht vollenden zu können, unddaß die Fortsetzer, aus Sucht es besser machen zu wollen,das Projekt verändert haben, welches sie hätten respektirensollen.

Sän Micheli war, wie man leicht begreifen wird, nicht imStande, ohne irgend einen geschickten und verständigen Mit-arbeiter seinen unzählbaren Unternehmungen vorzustehen. Erwar so glücklich, diesen Gehülfen in einem seiner Schüler,Namens Johann Hieronimus zu finden, welcher sein Neffeund ein ausgezeichnetes Subjekt war. Da er sich besondersanf die Befestigungsarbeiten verlegte, war er ihm von großemNutzen und vertrat bei vielen Unternehmungen seine Stelle;er konnte sich in allen praktischen Details mit vollem Vertrauenauf seine Sorgfalt verlassen. Johann Hieronimus soll nichtnur an den großen militärischen Arbeiten Sän Micheli's Theilgenommen haben, sondern wird auch als einziger und Selbstur-heber mehrerer derjenigen angeführt, die seinem Oheim zuge-schrieben worden. Sein persönliches Verdienst war so anerkannt,daß die Venetianische Regierung ihm den nämlichen Gehalt,wie seinem Oheim anwies; und sein Ruf wuchs in solchemGrade, daß man ihn in gewissen Theilen der KriegsbaukunstLetzterem so gar für überlegen hielt. Niemand glich ihm da-mals in der Kunst, Plätze aufzunehmen, Plane zu entwerfen