Band 
Erster Band.
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Sän Micheli.

und nicht nur von Gebäuden, sondern selbst von Lagen, woman bauen wollte, Modelle in erhabener Arbeit zu verfertigen.

Sän Micheli empfand die innigste Zufriedenheit über dasGlück eines Neffen, dessen Ruhm auf ihn, der ihn gebildet,zurückstrahlte, und dessen seltene Thätigkeit ihm in seinemAlter die nöthige Ruhe gestattete. Indessen hatte er das Un-glück, ihn zu überleben. Johann Hieronimus wurde nach -der Insel Cvpern gesandt, um die dortigen Festungswerke zuuntersuchen. Die Beschwerlichkeiten, die er auszustehen hatte,und die große Sommerhitze verursachten ihm ein hartnäckigesFieber, welches ihn in Zeit von acht Tagen in einem Altervon fünf und vierzig Jahren hinwegnahm.

Dieser Todesfall war dem Senate sehr empfindlich. Erraubte ihm ein Subjekt, welches Niemand auf eine würdigeWeise ersetzen konnte. Aber den größten Schmerz empfandSän Micheli, welcher in seinem Neffen seine Stütze und dieletzte Hoffnung seiner Familie verlor. Trotz aller Anstrengung,seinen Schmerz zu besiegen und vielleicht gerade aus Ursachedieser Anstrengungen wurde er wenige Tage darauf von derKrankheit befallen, die ihn ins Grab legte. Sein Leichnamwurde in der St. Thomaskirche beigesetzt, zu welcher er dasModell gegeben.

Sän Micheli gehörte zu der kleinen Anzahl Menschen, beidenen die Eigenschaften des Charakters und des Herzens denGaben des Geistes und der Einbildungskraft entsprechen.Seine Gemüthsart war ernst, aber doch zugleich mit einergewissen Munterkeit vermischt. Religiös aus Grundsatz undNeigung, unternahm er kein Werk, ohne zuvor eine feierlicheMesse lesen zu lassen, um den Beistand von oben anzurufen.Großmüthig und gefällig ohne Maaß, ließ er seine Freundeüber sein Vermögen, wie über ihr eigenes verfügen. Tadel-los in seinen Sitten, führte er ein musterhaftes Leben. Va-sari, der ihn gekannt, erzählt von ihm einen Zug, welcher