Band 
Erster Band.
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Antonio Sän Gallo,

Florentinischer Architekt,

«im Jahre

1546.

i

^as Talent in der Ausübung der schönen Künste ist seltenerblich. Das Genie ist kein Erbgut der Familie. Doch gibtes hierin Ausnahmen; und eine derselben war die Familieder Sän Gallo. Vier ihrer Mitglieder haben nach einanderihren Namen in der Architektur berühmt gemacht. Denn derVater der beiden ersten Sän Gallo, Giamberti (dieß warihr Geschlechtsnamc) stand zu seiner Zeit ebenfalls in großemRufe.

Anton Sän Gallo, dessen Leben wir eben beschreiben,gehörte nur durch seine Mutter der Familie der Sän Galloan, deren Namen er annahm. Dieß hieß seinerseits sichverbindlich machen, geschickt zu werde«; denn ein großer Namelegt auch große Verbindlichkeiten auf. Sein Vater hatte ihnzum Schreinerhandwerk bestimmt, der junge Anton aber vonseinen mütterlichen Oheimen Giuliano und Antonio da SänGallo und von dem großen Ansehen reden hören, in welchemsie als Architekten in Rom stünden. Er begab sich ebenfallsdahin, als er nur erst durch den Wunsch Künstler war, eszu werden, und durch die Hoffnung, dort die Lehren undBeispiele seiner Verwandten zu finden. Die Stütze, die ervon ihnen erwartete, mußte er indessen bald entbehren. Seine