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Antonio Sän Gallo.
natürlichen Beschützer verließen Rom , und er war genöthigt,Andere und zwar solche zu suchen, auf die man stets mitZuversicht zählen kann: die Arbeit und das Studium.
. Ihnen hatte er bald zu danken, daß es ihm gelang, sichbei Bramante zu empfehlen. Dieser berühmte Künstler war inFolge einer Gichtkrankheit lahm geworden; sein Geist aberhatte nichts von seiner Lebhaftigkeit verloren. Er bedurftenur anderer Organe, welche den Befehlen seiner Gedankengehorchten und fähig waren, alle seine Ideen aufzufassenund zu firiren. Diesen treuen, verständigen und eifrigenStellvertreter fand er in dem jungen Sän Gallo. Nachvielen Beweisen von seiner Pünktlichkeit und von der Leich-tigkeit mit welcher er in seine Ideen einging, machte er ihn zuseinem andern Ich. Bramante baute demnach durch dieHände Anton Sän Gallo's bis zu seinem Tode fort. Dießwar für einen jungen Menschen eine der schönsten Gelegen-heiten, sich bekannt zu machen. Bramante war damals derberühmteste Architekt, welcher am meisten gesucht war. SeinSubstitut zu seyn, war eben so viel als sich vorbereiten,einst sein Nachfolger zu werden. Auch erlangte er baldeinen Ruf, welcher sein künftiges Glück zu verkündigen schien.
Was ihm zur besondern Ehre gereicht, ist, daß er in derSchule Bramante's ein sehr geschickter Werkbaumeister (Kon-strukteur zum Unterschied von ^reliitect) wurde, da mandoch wußte, daß das rein Technische der Baukunst ebennicht das Hauptverdienst dieses Architekten war. Die Schülersind so oft geneigt, die Fehler ihrer Meister nachzuahmen,daß man schon zufrieden ist, wenn sie solche nur nicht über-treiben. Aber aus denselben den Nutzen ziehen zu wissen,sie zu vermeiden, ist ein sehr seltenes und merkwürdigesVerdienst. Anton Sän Gallo machte sich dasselbe eigen undbald erkannte man ihn als einen der besten Techniker, welchendie Architektur auszuweisen gehabt.