Band 
Erster Band.
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Julius Romanus.

In der großen Loge bewundert man ihr Gewölbe, welchesin Felder von fünf al 1rc8co gemalten Medaillons getheiltist und die Geschichte Davids enthält.

Von da gelangt man links in einen Saal, dessen Haupt-verzierung in zwei über einanderliegcnden Friesen besteht, welchenach den Zeichnungen Julius Romanus von Primatice undJean Batiste Mantuan in Stuck gearbeitet sind. Man be-merkt ferner eine lange Reihenfolge von Figuren, in welchenman sich eine Nachahmung der Basreliefs der Trajanssäule vorgenommen. Nichts aber verkündigt zunächst, auf welche Zeit,auf welche Person und auf welche Thaten sich die Composi-tion bezieht, die sich vor unseren Augen entfaltet. Nach demalterthümlichcn Costüme, welches hier angewendet, sollte manglauben, daß es die Darstellung irgend eines Zugs aus deralten römischen Geschichte sei. Indessen weiß man, daß sichalles auf den Triumpf des Kaisers Sigismund bezieht. Wirk-lich unterscheidet man darin auch die Hauptperson, welcherein Stallmeister folgt, der einen Schild mit einem gekröntendoppelten Adler trägt. Es sind lauter Schlacht- Marsch - undLagcrscenen, die in ächt alterthümlichem Style dargestellt sind.Gleichwohl trägt hier nichts den Anschein einer Copie. Mansieht nur, daß Julius Romanus seine Alterthumskunde aus-wendig wußte, und daß sein Talent sich gefiel, das was ihmdie alten Denkmäler gelehrt, aus seiner Einbildungskraft zuimprovisiren und auf die ihm eigene besondere Weise wieder-zusagen. Wer es nicht gewußt, hätte diese große Compositionden Ruinen RomS entnommen geglaubt, so wahr und treuwaren die alten Costüme wiegergegeben, und wußte die Aus-führung der Bildhaurerei sich den Charakter des Basreliefsder Denkmäler anzueignen. Die Stuckaturarbeiten, welche dasGewölbe dieses Saales zieren, zeugen von dem nämlichenGeschmacke und der nämlichen Gcschicklichkeit.