Band 
Erster Band.
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Michel Angelo Bonaroti.

nuto Cellini, behauptet, daß es ihm nicht gegeben gewesen, durchseine nachfolgenden späteren Werke den Grad von Kenntnißund Vollkommenheit zu übertreffen, zu welchem er sich inseinen Cartons des Krieges von Pisa erhoben, die unglück-licherweise in den Unruhen von Florenz zu Grunde gingen.

Nachdem Julius II. den Stuhl St. Peters bestiegen, be-schloß er sein Andenken durch sein Grabmal zu verewigen. Erberief Michel Angelo, welcher damals neun und zwanzig Jahralt war. Der Ehrgeiz des obersten Priesters wollte die Sorgefür seinen Ruhm nur dem größten Genie seines Jahrhundertsanvertrauen. Michel Angelo entsprach seiner Erwartung, undstellte ihm bald das Modell eines Mausoleums vor Augen,das ohne allen Vergleich prächtiger und größer als !»lle die-jenigen war, von welchen die neuere Kunstgeschichte nur eineIdee haben kann. Indessen ist von dieser ganzen Compofitionnur noch eine flüchtige Zeichnung von der Hand des Erfin-ders übrig, welche in Kupfer gestochen und uns aufbewahrtworden. Da diese große Erfindung aus einer Mischung vonArchitektur und Bildhauerei bestand, so behalten wir uns vor,in der zweiten Abtheilung von derselben zu sprechen, wo wirMichel Angelo in der besondern Beziehung als Architektenkennen lernen werden. Wir begnügen uns, hier zu sagen,daß von den vierzig Bildsäulen, aus welchen dieses Mauso-leum bestehen sollte, vier oder fünf mehr oder weniger voll-ständig ausgeführt wurden. Eine einzige, die des Moses,wurde mehrere Jahre nachher vollendet.

Dieses große Grabmal war entworfen und unternommenworden, ohne daß man den Platz bestimmt hatte, den eseinnehmen sollte. Aber es war Ursache, daß man sich einervon Bernard Rosselino angefangenen Construktion im Chorder alten St. Peterskirche erinnerte, welche Paul III. neuaufbauen lassen wollte. Michel Angelo machte den Vorschlag,diese Construktion zur Grabkapelle und zur Aufstellung des