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Michel Angelo Bonaroti.
mals Bannerherr, trat bei dieser Unterhandlung als Vermittlerauf. Nach den inständigsten Bitten gelang es ihm endlich,Michel Angeld zu bewegen, zu dem Papste zurückzukehren,welcher sich eben in Bologna aufhielt.
Um ihm größere Sicherheit zu verschaffen, bekleidete manihn mit einem öffentlichen Charakter und ließ ihn als Gesand-ter dahin abgehen. Zugleich erhielt der Kardinal den Auf-trag, ihn dem Papst persönlich vorzustellen. Nachdem Ju-lius ihn mit zorniger Miene angesehen, sagte er zu ihm:„Statt uns zu suchen, habt Ihr gewartet, bis wirEuch Selbst gesucht." Er wollte dadurch wahrschein-lich sagen, daß Bologna näher bei Florenz liege, als Rom .Michel Angelo bezeigte einige Reue über sein Betragen undkam bald wieder bei Julius II. in Gnaden, welcher ihn be-auftragte, seine Bildsäule in Bronze zu verfertigen, um ander Vorderseite von St. Petronius aufgestellt zu werden. DerPapst besah das Modell, und da er wahrnahm, daß die Hal-tung der rechten Hand etwas straff war, sagte er lachend zuMichel Angelo : „Gibt Euere Figur den Segen, oderschleudert sie Bannstrahle? — Sie droht Bologna ,antwortete der Künstler, und mahnt es, Ihnen treu zubleiben." Gleichwohl imponirte die drohende Stellung demVolke nicht sehr lange. Sobald die Bentivoglio's nach Bo-logna zurückkehrten, wurde die Bildsäule zerschlagen. Alphonsvon Este, Herzog von Ferrara, kaufte das Metall, um eineKanone daraus gießen zu lassen, die er die Julian« nannte.
Der Papst kam nach Nom zurück, wo Michel Angeloin Bramante einen Nebenbuhler fand, welcher durch den Ein-fluß, den er durch die päpstliche Vorliebe und Begünstigungseiner architektonischen Plane vor jenen der Bildhauerei gewann,nur noch mächtiger geworden. Man kann, wie uns scheint,bei diesen Vorfällen sich das Benehmen Bramante's erklären,ohne ihn unlauterer Absichten, noch eines niedrigen Neides zu