Band 
Erster Band.
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I

Mickel Angelo Bonaroti. 231

detto Varchi, ein berühmter Dichter der damaligen Zeit, ge-than, welcher mit seiner Lobrede beauftragt war.

Die Geschichte hat uns eine sehr umständliche Beschreibungdieses Trauergerüstes überliefert, zu dessen Verzierung alleKünste, welche Michel Angelo kultivirt, mit einander gewett-eifert. Dieses zerbrechliche Gerüste sollte indessen ein dauer-hafteres Denkmal ersetzen, für welches man in der großenKirche äi. 8ants Ooce einen ausgezeichneten Platz aussuchte.Der Großherzog überließ an Leonardo Bonaroti allen benöthigtenMarmor zur Ausführung des von Vasari entworfenen Grab-mals, welches er mit der Büste seines Lehrers zierte. DieFiguren der drei zeichnenden Künste, in Rundwerk, welcheum den Sarkophag gestellt werden sollten, wurden drei Flo-rentinischen Bildhauern, und zwar: die Malerei dem BatistaLorenzi, die Bildhauerei dem Valerio Cioli und die Architek-tur dem Giavani dell' Opera anvertraut.

Der Palast Bonaroti bietet noch jetzt in Florenz ein, fürdas Andenken Michel Angelo's vielleicht noch ehrenvolleresDenkmal dar. Dieß besteht in einer großen und schönen Gal-lerte, mit Gemälden von den besten Florentinischen Malerngeziert, wovon jedes einen besondern Zug aus dem Leben desgroßen Mannes darstellt.

Michel Angelo hatte in seiner Jugend kein anderes Be-dürfniß gekannt, als seinen Geist zu üben und kein anderesVergnügen, als den Künsten obzuliegen. Schon in einemvorgerückten Alter reich geworden, verschmähte er jede Art vonUcberfluß und selbst die Bequemlichkeiten des Lebens. Ganz an-gekleidet zu schlafen, oft nur von Brod und Wasser zu leben, dieNächte mit Arbeit oder auf einsamen Spaziergängen zu zubrin-gen: dieß sind die mindesten Züge, welche seine Gewohnheitencharakterisiern. Sparsamkeit, Mäßigkeit, Uncigennützigkeit, Ver-achtung des Reichthums und selbst des Ruhms, ernste Sitten,christliche Strenge: dieß waren die Tugenden, die er stets