Band 
Erster Band.
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Michel Angelo Bonaroti.

im Innern die nämliche korinthische Säulenordnung, wie imAeußern, und hier nur eine einzige an, statt daß sein Vor-gänger deren drei angebracht. Er errichtete mit einer einzigenSäulenreihe eine weit majestätischere Kuppel, und gab demGanzen Einheit, Einfachheit und folglich wahre Größe.

Michel Angelo hatte das Unglück, das er befürchtete. SeinModell entzückte den Papst, der sich nun hinsichtlich Seinernicht mehr auf Einladungen beschränkte. Er brauchte seinAnsehen, ihn zu zwingen, Architekt der St. Peterskirche zuwerden. In dem Diplome oder Akotuproprio, worin er ihmdiese Stelle übertrug, gab er ihm auch die unbegränzteste Voll-macht. Er hatte das Recht, über Alles, über Menschen undDinge mit unbeschränkter Autorität zu verfügen. Der Papstertheilte ihm die Erlaubniß, Alles nach seinem Gefallen zu ändernund untersagte allen denen, die nach ihm folgen könnten, sichvon seinen Planen und seinem Modelle zu entfernen.

In der That bedurfte es auch nichts Geringeres, als denhohen Kredit eines so großen Ansehens, den aus allen Schwie-rigkeiten und Widersprüchen geschürzten Knoten zu zerhauen.Aber es bedurfte auch eines Charakters, welcher fähig war,alle Hindernisse standhaft zu überwinden und die Leidenschaftenzum Schweigen zu bringen, um über die Intriguen der ParteiSän Gallo's zu triumphiren. Der erste Gebrauch, welchenMichel Angelo von seiner Gewalt machte, bestand darin, daßer alle Agenten oder Angestellten der Kirchenfabrik ab- unddurch Andere ersetzte. Um die Mißbräuche, durch die sich soViele auf öffentliche Kosten bereichert, desto besser abzustellen,gab er selbst das erste Beispiel von Uneigennützigkeit, indemer auf den, mit der Stelle eines Ober-Architekten verbundenenjährlichen Gehalt von sechshundert Skudi Verzicht leistete unddiese Stelle siebenzehn Jahre lang unentgeltich versah. Inder Urkunde seiner Ernennung wird seiner Verweigerung derAnnahme irgend einer Belohnung ausdrücklich erwähnt, und