Band 
Erster Band.
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Michel Angelo Bonaroti.

welche dieser Wechsel unaufhörlich dem Architekten einflößte,der Thurm des Doms aufgeführt, und wenn unter den Re-gierungen Pauls IV. und Pius IV. die Fonds sich nicht ver-mindert, würde das Gebäude bald zu Ende gebracht wordenseyn.

So viel Verdrießlichkeiten ihm auch seine Neider zu Rom verursachten, und so viele Versuche man auf der andern Seitemachte, ihn nach Florenz zurückzubringen, blieb Michel Angelodennoch unerschütterlich. Er sah wohl ein, daß das Schicksalder St. Peterskirche an das Seinige geknüpft sei. „Wennich sie im Stiche ließe, schrieb er an Vasari , würdeich den Untergang dieses großen Denkmals verur-sachen. Dieß wäre für mich eine ewige Schandeund ein unverzeihlicher Fehler. Wenn ich so weitdamit vorgerückt bin, daß man nichts mehr daranändern kann, dann hoffe ich :c. In einem andern Briefesagte er zur Erwiederung auf die Bitte des Großherzogs, derihn zu sich berief: „Suchen Sie von Sr. Herrlichkeitzu erlangen, daß ich mit seiner Erlaubniß den Bauder St. Peterskirche fortsetzen könne, bis ich sie soweit gebracht habe, daß man ihr keine andere Formmehr geben kann. Wollte ich eher abreisen, würdeich die Ursache eines großen Ruins, einer großenSchande und einer großen Sünde seyn. Ich bitte Sieum der Liebe Gottes und St. Peters willen darum."

Michel Angelo durfte sich schmeicheln, seinen Wunsch erfülltzu sehen. Er brachte sein Werk wirklich so weit, daß nichtsmehr als der oberste Theil des Doms aufzuführen war: eineArbeit, die zu keiner merklichen Veränderung Anlaß bot. Erwar nunmehr vier und achtzig Jahre alt und trug die Elementedes Ueberreftes seiner Construktion nur erst in seinen Gedanken.Man bat ihn, alle Details derselben vorzuschreiben, und er ließunter seinen Augen ein hölzernes Modell dieses schönen Bau-