Band 
Erster Band.
JPEG-Download
 

264

Sansovino.

die mit dem sechzehnten Jahrhundert entstand und erlosch,hervorgebracht, und von welcher alle mehr oder weniger glück-lichen Nachahmungen der folgenden Jahrhunderte ausgegangen.

" 2>u Jahre 1536 beschloß der Senat, ein Gebäude errichtenzu lassen, welches würdig, die schöne und kostbare Bücher-sammlung aufzunehmen, die Franz Petrarca und der KardinalVcssarion der Republik zum Geschenk gemacht. Sansovino wurde beauftragt,' ein Modell dieses Denkmals auszuführen.Sobald dieses angenommen war, begab sich der Architekt andie Arbeit.

Der Plan des Gebäudes bietet der Länge nach eine Reihevon ein und zwanzig Bogen im Erdgeschosse an dem kleinenSt. Markusplatze dar, mit einer Wiederkehr von drei dernämlichen Bogen, auf der einen Seite gegen die 4-acuns, aufder andern gegen den Glockenthurm. Diese Bogen bilden eineFortsetzung der Gallerien des großen St. Markusplatzes. DieSäulenordnung der Bogen im Erdgeschosse ist dorisch, dieder obern Etage jonisch. Die Arkaden sind hier gebogeneFenster, welche selbst durch kleinere jonische Säulen verengtsind. Sansovino hatte bei der Erfindung dieser Verzierungdie Absicht, sich nach der Höhe der beiden Etagen des schonlängere Zeit erbauten Flügels auf dem St. Markusplatze zurichten. Das heißt: da er die Vollendung des linken Flügelsvoraussah, welcher eine Fortsetzung der Bogen seiner Bibliothekbilden sollte, dachte er sich dieses künftige Gebäude in seinemAufrisse, seiner Eintheilung und in seinen Maaßen, so wie eshätte werden sollen. (Man wird in dem Leben Scamozzi's sehen, daß dieser Architekt auf die Vorhersicht seines Vorgän-gers durchaus keine Rücksicht genommen.)

Wie dem auch seyn mag, so scheint uns dieß der wahreGrund zu seyn, welcher Sansovino bewogen, den Gesimsenseiner beiden Säulenordnungen die Höhe zu geben, die manan denselben bemerkt. Wirklich beträgt die Höhe des Gesimses