Band 
Erster Band.
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Vignola.

Zeit, wo die Kenntnisse die Probe der Erfahrung bestanden,und ließ den Druck desselben unter seinen Augen ausführen.

Man kann gleich in der Vorrede zu seinem Buche den Geisterkennen, in welchem dasselbe abgefaßt und welcher weit vonjedem Systeme entfernt ist. Man sieht, daß er in den alter-thümlichcn Denkmälern, die er sich zu Führern gewählt, dieGründe studirt, worauf sich die Regeln stützen, statt sich mitder blos auf lange Uebung sich gründenden Autorität der Bei-spiele zu begnügen. So bemerkte er hinsichtlich der bei denalterthümlichen Denkmälern angewandten Säulenordnungen:welches wohl diejenigen seien, die zu allen Zeiten und von allenMenschen einstimmig für die schönsten gehalten worden. Erbemerkte ferner, daß sie diesen einmüthigen allgemeinen Beifalleiner gewissen Eigenschaft verdanken, in ihrer Compositioneine Uebereinstimmung leicht begreiflicher Details und einfacherund klarer Verhältnisse, die sich leicht, die Einen von den An-deren, ableiten lassen, überhaupt ein Gesammtganzes darzustel-len, in welchem die kleinsten Theile durch ein augenscheinlichesBand der Harmonie sich in den größten begriffen und regel-mäßig geordnet finden, welches zusammen genommen das Prin-zip der Verhältnisse bildet.

In Folge dieser Beobachtungen entfernte sich Vignola beider Bestimmung der Verhältnisse zwischen den Theilen seinesGesimses nie von den Verhältnissen, die dadurch die größten,weil sie die einfachsten sind, wie z. B. die Verhältnisse desDoppelten, des Viertels und des Drittels. Diese Methode,welche den schönen Effekt seiner praktischen Architektur in seinenGebäuden bewirkt, hat auch seiner theoretischen Abhandlungeinen besondern Vortheil vor allen übrigen verliehen. Nichtsist von einer einfachern Combination und einer leichtern Aus-führung, als sein System der Verhältnisse.

Gewiß ist kein Meister in seinen Maaßen mehr den Fuß-stapfen der Alten gefolgt, als Vignola. Wenn er sich einige