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Friedrichs des Großen Tod.
sJ. Buch.
brachte. Von den Fürstenhöfen bis zur Hütte ging die Erschütterung,welche die Kunde von dem Falle des Einen großen Hauptes hervor-brachte. Sein Bildniß, das man damals schon im Norden, wie im Süden,verbreitet fand, ward in mancher Hütte mit einem Trauerflore bekleidetund dem Andenken des großen Mannes zahlreiche Thränen geopfert. Nochheut ergreift eine seltsame Bewegung die Gemüther der Jugend, wie desAlters, wenn sie von Friedrich hören und lesen. Mit Stolz und Be-geisterung schwelgt das preußische Volk in der Erinnerung an diesen großenGenius der Menschheit, von dem der Glaube geht, er schwebe als Schutz-geist über seinen Staaten und wende sich zürnend ab, wenn die Duldung,die Freiheit der Wissenschaft und die Ehre der Nation beeinträchtigtwürden. Wie die Alten ihre Helden unter die Götter versetzten, so hatman auch Friedrich's Namen in einem Sternbilde verewigt: eine unver-gänzliche Flammenschrift, welche in Finsterniß und Unglück dem Landedie Gewähr bietet, daß der alte Fritz noch lebt, der seinem Volke eingroßes Vermächtniß hinterließ: das Bewußtsein politischer Selbstständig-keit und Siegergewißheit gegen jeglichen Feind. Ein Volk, das solchenKampf gekämpft, kann nicht so leicht untergehen, wenn ihm auch die Sonnedes Glücks nicht alle Tage leuchtet. Von welcher rührenden Liebezu seinen! Lande zeigen die Schlußworte von Friedrich's Testa-ment : „ Meine letzten Wünsche in dem Augenblicke, wo ich den letztenHauch von mir geben werde, werden für das Glück meines Reiches sein.Möchte es doch stets mit Gerechtigkeit, Wahrheit und Nachdruck regiertwerden; möchte cS durch die Milde seiner Gesetze der glücklichste, möchtees in Rücksicht auf die Finanzen der am besten verwaltete, möchte es durchsein Heer, das nur nach Ehre und edlem Ruhme strebte, der am tapfer-sten vertheidigte Staat sein, und möchte es doch in höchster Blüthe bisaus Ende der Zeit dauern." Seinem Nachfolger, Friedrich Wil-helm H.(l/86—1797), hinterließ er ein Reich von 4000 sls Meilenmit sechs Millionen Einwohnern, ein Heer von 200,000 Mann und einenSchatz von siebzig Millionen Thalern, vor allem aber einen sestbegrün-deten Einfluß aus die politischen Geschicke Europas. Wie in seinenBriefen der liebenswürdige und geistreiche Mensch, in seinen philosophi-schen Schriften der scharfsinnige, sittliche und gotteSfürchtige Denker, sotritt uns in seinen historischen Schriften vor allen das Bild eines klarenGeistes und eines gerechten «nd kräftigen Regenten entgegen. Er ist derTypus des brandenburgisch - hohenzollernschen Fürstenhauses. Mühen,Sorgen und Streben war sein, wie seiner Vorfahren und NachkommenErbtheil. Ein flüchtiger Blick auf den Gang der preußischen Geschichtelehrt uns, daß, wenn auch das Glück einigen Antheil an dem Gelingender Handlungen des Hohenzollerschen Hauses hatte, die Größe der Mo-