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Der nützlichen Hauss- und Veld-Schule erster Theil, in welchem ausführlich enthalten, wie man ein Land-Feld-Guth und Meyerey mit aller Zugehöre ... mit Nutzen anordnen solle : worbey dann auch zugleich eine zur Hausshaltung auf dem Lande nützliche Hauss-Artzney für Menschen und Viehe, samt allerhand raren und vorträglichen Hauss-Künsten, mit sonderbarem Fleiss colligirt ... / und nunmehr mit dem lang-verlangten zweyten Theil, samt darzu gehörigen Figuren und einem vollständigen Register an den Tag gegeben durch Georg Andream Böckler
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336 Claſt XXVI. Von Gaͤrten.

den gantzen Platz fein eben und gleich/ macht hernach mit einer Schnurnachder Laͤnge eine Abtheilung zu Bettlein/ ſo nicht viel uͤber;. Schuhebreit ſeynV im Außgetten des Unkrauts auff beyden Seiten darzu gelan-en koͤnne.2 1z. Ferner ſchnuͤret man dieſe Bettlein Creutz⸗weis uͤber einander ab/ jedeSchnuͤreinen Schuh breit von dem andern in das Creutz/ da dann in deſſenMittel man die Setz⸗Loͤchlein macht/ mit einem darzu habenden Stuͤck⸗ Holtz/ ſodie 2 der Tieffe/ und ohngefehr drey oder vier Zoll tieff(wie oben gedacht /)eyn ſollen.6 14. Indieſe Gruͤblein werden hernach die Kerne obgelehrter Maſſen ge-leget/ und damit/ wann etwan einer außbleiben ſolte/ ſo thut man in jedes ohn-gefehr drey Kerne/ und decket hernach dieſelbe mit der Erden fleiſſig zu.

Nota. Man ſtecket auch bey jedem Gruͤblein ein Staͤblein/ und weiln manjede Gattung des Obſts allein pflantzen ſolle/ ſo macht man auch lan-ge und kurtze Staͤblein/ oder auch gleiche Hoͤhe/ bezeichnet oder machtſelbige/ damit man wiſſe/ was Aepffel oder Birn ſeyen:

vF. Wann von den Kernen in den Czruͤblein mehr als einer auffkeimet/und herfuͤr kommen/ ſo ſolle man dieſe nicht lepariren/ ſondern das erſte Jahr ſte-hen laſſen/ hernach aber im andern Jahr(nemlich nach dem Steck⸗Jahr/) kanman das Kern⸗Obſt zwey oder drey Tage vor dem Vollmond um Allerheiligenherauß von einander thun/ und jedes abſonderlich in ein anders Ort/ wo manhin will/ ſetzen. 82

Nota. Dieſes iſt auch von den einzelichen Staͤmmlein/ ſo im erſten

Jahr ſchoͤn außgeſchoſſen und etwas erſtarcket ſeynd/ zu ver-

ſtehen.

16. Nachdeme nunbeſagte Baumſchule vorgelehrter Maſſen angeſtelletworden/ ſo kan man auffs laͤngſte im vierdten Jahr hernach mit dem Peltzen ei-nen Anfang machen/ und die ſtaͤrckeſten Staͤmmlein des Kern⸗nd Stein-Obſts zweigen/ ſo bekommt man einen guten Vorrath zu einem nutzlichenBaum⸗und Obſt⸗Garten.

. Die Wartung ferner betreffend/ ſo ſollen die von den Kernen auffge-ſchoſſene Zweige/ oder junge Staͤmmlein/ mit keinem Baum⸗Meſſer beruͤhret/noch deß Staͤmmleins Neben⸗Schoͤßlein insgeſamt vor dreyen Jahren nichtbeſchnitten werden.

2. Wann aber an den auffgeſchoſſenen Staͤmmlein der geſteckten Ker-nen etwann die Kirſchen der Pflaumengar ſtarcke Neben⸗Schoß Kah-ben/