————O——————-—-———
3. Sie ſollen keine Gabeln noch Nebenſchoſſe haben/ ſondern nur einfach/jedoch nicht lang/ ſchmahl/ und voneinem Jahr⸗Schoß ſeyn/ fo einen Knot-ten von dem alten Holtz habe. G
4. Die Pfropff⸗Reiſer ſolle man abſchneiden oder brechen; Wo man ſienicht erreichen kan mit den Haͤnden/ muß man dieſelbige mit einer Baum-Scheere abſchneiden. Die man aber mit den Haͤnden langen kan/ muß manwol zuſehen/ daß man im Abreiſſen deſſelbigen ſie an der Rinde nicht verſehre/ſollen derowegen allezeit unterwaͤrts gegen den Aſt gebogen werden.
5. Die Pfropff⸗Reiſer ſollen(ſo ſie von Aepffel⸗oder Birn⸗Baͤumengenommen werden /) eines guten Gliedes lang auff das alte Holtz gebrochenwerden/ und ſchadet ihm nichts/ wann ſchon drey⸗jaͤhriges Holtz daran verblei-bet/ inſonderheit wann man dieſe auff ſtarcke Staͤmme pfropffen will.
6. Die Laͤnge der Pfropff⸗Reiſer muͤſſen ſich richten nach dem Stammauff welchen ſie gepfropffet werden ſollen/ nemlich /iſt der Stamm llein/ ſolaͤſſetman dem Reiß nicht uͤber drey Knoſpen oder Augen/ ſo aber der Stamm mit-telmaͤſſig/ ſo werden dem Reißlein nur vier Augen gelaſſen; Iſt aber derStamm ſtarck und groͤſſer/ als die vorigen/ ſo laͤſſet man dem Reiß fuͤnft Au-gen/ und ſolle das Reiß nicht uber 8. Zoll hoch feyn.
Nota. Die uͤbrige Angen des Reiſes ſchneidet man hinweg/ und verkteibet
8 8—/ wo die Augen geſtanden/ mit Peltz⸗ oder Pfropff-Vachs.—
III. Die Zeit und Ort des Abnehmens der Pfropff⸗Reiſer betreffend/ſo ſolle der Meyer im Hornung/ Mertz und Aprill nachfolgender Geſtalt die-ſelbige brechen/ nemlich die fruh⸗bluͤhenden am erſten/ als da ſeynd Morellen/Mandeln, Pfirſing/ Kirſchen und Pflaumen. Hernach im folgenden Monat/nemlich im Mertz/ das Kern⸗Obſt/ als Aepffelund Birn als das ſpat⸗bluüͤhen-de und dauerhafftige.
2. Man kan auch noch im Majo und Junio/ da man etwann erſt vonferne noch gute und friſche Reiſer bekommen/ dieſelbige pfropffen.
3. Die beſte Zeit aber/ nach dem Mond/ ſolle drey oder vier Tage nachdem neuen Liecht zu dem Pfropffen erwaͤhlet werden. 1
4. Die Pfropff⸗Reiſer ſollen von dem alten Stamm die jenigen erwaͤh-let und genommen werden/ ſo gegen Auffgang oder Mittag geſtanden/ danndie ſeynd allezeit beſſer und reiffer/ auch ſchoͤn⸗und lieblichetn Geſchmacks/ alsdie/ ſogegen Abend oder Mitternacht ſtehen.
3. Es ſollen auch die Baͤume/ von welchen man die Pfropff; Reiſer neh-men will/ nicht unter ſonnicht⸗oder an ſchattichten Orten/ fondern wol an derSonnen und im Lufft ſtehen/ auch die fruchtbar ſeynd/ und jaͤhrlich viel Obſt
rragen.6, Man