XI
sie um Griechenland zu befreien, Athen verbrannten. DerRuhm von den Thermopylen den Spartanern. Bei My-kale und Platea siegte der vereinte Kriegsverstand beiderStädte mit den andern Bundgenossen. In fünf großenSchlachten rettete sich also Griechenland von denBarbaren, die Perser waren besiegt, die Gefahr derUnterdrückung vorüber. Diese Siege wirkten wie einZauberschlag auf die noch unentwickelten, idealenKräfte der Nation, sie brachten wie eine warmeFruhlingSsonne alle Blüthen aus der verschlossenen Erdehervor. Hn der Philosophie zeigten sich tiefe, hehre Weis-heitSregeln für den Staat, sein Glück und seine Wohl-fahrt, für die Sitten und das Wohl seiner Bürger; dennwo die Elemente eines Volkes bedroht sind, wo eine all-gemeine Gefahr auf alle drückt, da nimmt der Staat auchalles in Anspruch, alles bezieht sich nur auf ihn. Es wareine unsterbliche Lebensweisheit. Än der Poesie gaben siedem Drama, den gleichsam vereinten Dichterformcn denUrsprung. Aeschylus kommt verwundet aus den Schlach-ten von Marathon und Salamis, und beschreibt die Siegein seinen kolossalen Persern. Es sind riesenhafte Natu-ren, die in seinen Tragödien auftreten, es sind die ge-waltigen Elemente des Krieges, welche sich in ihnen ver-körpern; man hört ihren ehernen Tritt. Aber wenn dieFormen noch hart und roh sind, die Menschen alle Schran-ken durchbrechen, so ist dagegen der Plan äußerst einfachund ganz aus dem schicksalsvollcn Gange der menschlichenDinge hervorgehend. Den gleichen Charakter trägt diebildende Kunst, die jetzt ihren wahren eigentlichen An-fang nimmt, der Geist der Poesie spiegelt sich in ihrenGebilden ab, oder vielmehr erscheinen beide als die Kin-der ihrer Zeit. Die Grundformen der Zeichnung warenzwar bestimmt und scharf unterscheidend, aber die Run-dung derselben, die Verfeinerung und Ausbildung der