Buch 
1 (1834) Die Zeiten der dreizehn Orte / von Joseph Andres
Entstehung
Seite
XII
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Theil« fehlte gänzlich/ die Umrisse waren keck/ aber eswar eine letzte Vollendung/ eine Ausbildung nöthig.

Wenn die persischen Siege der Kunst und Poesie ih-ren ersten großen Formen die Entstehung gaben/ so brach-ten sie dagegen in das politische Leben der Griechen einesolche Aufregung und Bewegung/ daß der allgemeine fö-derative Verband dadurch gänzlich erschüttert und diesernicht im Stande war/ die Theile der Föderation in denSchranken des Maaßes und der Ordnung zurückzuhalten.Die Amphiktionen/ welche als ein Schiedsgericht und lei-tender Bundesrath Anfangs angesehen und betrachtetwurden/ traten allmählig in den Hintergrund und verlo-ren ihre Wirkung und Einfluß auf die allgemeinen Ange-legenheiten. In diesem Fürsichstrebcn und absoluten Al-leinhandel» zeichnete sich vor allem Athen aus. Das uni-verselle Prinzip seiner Verfassung/ die Fülle von Genia-lität unter seinen Bewohner»/ das Bewußtseyn im Be-sitz einer Kraft zu seyn/ die nur im Erweitern lebenkonnte/ welche zugleich die Mittel dazu in sich und außersich hatte / ließen cS keinerlei Gefahren fürchte»/und die/ welche die Eifersucht ihm bereiten konnte/kühn überschreiten. Don frohen Hoffnungen belebt/ zogendie Athenienser ihre Segel auf. In 20 Jahren warenalle nahen und fernen Inseln / alle Geepsisse in fremdenMeeren in ihrer Gewalt/ sie beherrschten die Küste»/ allefremden vom Meere umgebenen Lande in einem Umfangevon tausend englischen Meilen/ sie drangen bereits bisgegen Macedonien vor. Diese weiten und reichen Besitz-ungen waren von einer großen Flotte beschützt/ wie imGehorsam gehalten. So viel vermochte eine ursprünglichkleine Stadt in einem so kurzen Zeitraume. Dieser poli-tische Aufschwung wirkte wieder auf die Kunst und Poesiezurück. Mit den Eroberungen zogen Wohlstand undReichthum ein/ die Genüsse und mit ihnen die Sittenverfeinerten sich/ die Menschen wurden milder. Diesen