XIV
aufs Neue wieder begonnen wurde — mit der Niederlagevon Athen. Am Tage/ an welchem die Athcnicnser sonstdie Seeschlacht von Salamis feierten, zogen die Sparta-ner in ihre Stadt ein. Die Republik, welche ausschließ-lich dem Mars huldigte, trug den Sieg davon. EinStaat, dessen Gesetzgebung den ganzen Menschen umfaßteund alle seine in ihm wohnenden Kräfte zur freien Ent-wicklung gebracht hatte, wurde also von einem blos ein-seitigen StaatSzicl, vom rohen Schwerte überwunden?ES wäre traurig, wenn man es ganz so nehmen müßte.Wissenschaft und Kunst, die ediern Erzeugnisse deö Men-schen sind nicht immer und selten im Stande, die Uned-ler», die Macht der Leidenschaften, aus dem Blute kom-mend der Zeit und Erdgewalt zu wiederstehen und Ein-halt zu thun, eben weil sie irdische Gewalten sind, diein der Zeit ihr Reich und ihre Herrschaft haben. Diesewaren es, welche das aristokratisch-repräsentative Ver-faffungssystcm zerstörte» und eine Verfassung hervor-gebracht hatten, welche zu einer wahrhaft desorganisi-renden konnte gezählt werden, wenn nicht Anfangs einkecker Geiß alles regiert hätte. Der Mittelpunkt zwischenRegierung und Volk war weggefallen, die Macht des Se-nates wurde unter beide getheilt, und die Regierung selbstbestund dem Geiste nach nur aus Einem; auf der einenSeite war PerikleS, auf der andern das Volk. Wenn dererste vermittelst seiner Bercdtsamkeit alles vermochte undgleichsam der König von Athen war, so schmeichelte erihm dennoch niemals auf eine solche Art, wie ihm feileDemagogen zu schmeicheln pflegen, es war ihm nicht wieDiesen blos Mittel für ihre eigenen Zwecke, sondernwirklich Zweck selbst; er sprach ihm nicht immer von demMorgenroth einer schönern Zukunft, er fütterte es nichtmit Kapaunen, von denen es niemals satt wurde, sonderngab ihm den Tag selbst, setzte eS mitten unter die Werkeöffentlicher Kunst an reich besetzte Tische, und ließ vor