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Schönen noch mehr aus, wurde zierlich und gefällig/vernachläfiigte das Ganze, wandte alles auf glänzendeParthicn, der Gang der Tragödie wurde nicht mehr durchgöttliche Schickung bedungen und bewirkt, sondern durchden Zufall geleitet. In diesem Sinne dichtete EuripideS.Die andere Richtung stellte sich in Aristophanes auf. DasGanze selbst ist ihm wieder Gegenstand der Darstellung,aber nur als Karrikatur. Von der berauschenden Fülledes Lächerlichen und Verkehrten überall umgeben und an-geregt, reizen sie seinen ebenfalls unerschöpflichen Humorauf und reflcktiren sich in seiner üppigen Phantasie; alleswird darin zusammengeworfen, Götter und Menschen,Regenten und Volk, Religion und Hetären, die dann mitungeheuern Larven angethan, wieder aus ihr hervortretenund vor dem atheniensischen Volke sein politisches Lebenin einem wilden dramatischen Grotesktänze darstellen, auswelchem es seine Helden und Günstlinge auf Käfern andem OlympoS auffliegen sieht. Durch die Unterwerfungdes ersten griechischen Staates, der mit Recht genanntenMinerva Stadt, AthenS, wurde das alte Sparta so über-müthig und stolz, so von Herrsch- und Eroberungssuchteingenommen und verblendet, daß es weder in sich nochaußer sich mehr eine Schranke erkennen wollte. In einerkaum glaubbaren kurzen Zeit hatte es den an Natur wiean Kunst vorzüglich verfeinerten Theil der alten Weltmit seinem Schwerte bezwungen; schon stund seine Pha-lanx an den Thoren des weiten persischen Reiches, schonträumte es von einer Weltherrschaft, als es von einemneu auflebenden griechischen Volke, den Thebanern, anwelche sich alle Städte anschlössen, die den spartanischenDespotismus brechen wollten, bei Leuktra überwunden,geschlagen und seine große Herrschaft auf immer zerstörtwurde. Dieses Theben wollte jetzt die Rolle von Athenund Sparta fortsetzen, es erröthete nicht, um dazu zugelangen, jene Macht um Hülfe anzurufen, welche die