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1 (1834) Die Zeiten der dreizehn Orte / von Joseph Andres
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Seite
XVII
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griechische Freiheit einmal bedroht hatte; aber ehe es sichmit dem König von Persien vollständig vereiniget, hattesich auch ein Theil der Städte gegen ihn verbunden. Einanderer zog zu Theben. Nie stellten sich die Griechen ingrößcrn Massen gegen einander auf, als bei Mantinea,hier rannten sie sich in die Sperre, die Schlacht war eingräßliches, unentschiedenes Gemetzel. Nach dieser Schlachtwar die schaffende Kraft, welche in Griechenland bishergroße Männer erzeugt und gebildet hatte, ganz dahin; eszeigte sich kein vorragendes Talent mehr.*) Alles sieng ansich zu zerstückeln und zu isoliren. Nachdem die Haupt-städte nach einander besiegt und ihre Oberherrschaft ihnenentrissen worden war, wollten jetzt auch die kleinsten Ortesclbstständig und souverän werden, Mißtrauen, Eifersucht,Rache, Stolz, Liebe zur Ruhe und Genüssen aller Art,hatte sich jetzt aller griechischen Völker bemächtiget, wäh-rend sich an ihren Grenzen ein neuer Staat zu gründenund zu befestigen anfieng, Maccdonicn, an dessen Küstendie Athcnienscr wie Spartaner vorher erobernd hin- undher gestreift waren. Während Griechenland alle geistigeEinheit mangelte, zeigte sich die ganze Kraft der Einheitin Philippus. Mit unverwandten, lauernde» Blicken saher auf das schöne, reiche Land, das wie eine leichte Beutevor ihm zu liegen schien. Zwar erwachten plötzlich die Am-phyktionen, der Vundesrath, aber statt alle griechischenKräfte wider den drohenden Feind zu vereinigen, zog erihn vielmehr ins Land und gab ihm Sitz und Stimme inseiner Versammlung. Als Mitglied der BundeScinhcittrennte der König die Griechen noch mehr; er schmeichelteden Einten, drohte den Andern, streute überall Mißtrauenaus, riß bald da, bald dort ein Stück von Griechenlandab und schlug, überwand und besiegte endlich die letzten

»1 Mit dieser Schlacht schloß auch Tenovhon seine griechische Ge>schichte.

I. Heft.

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