Buch 
1 (1834) Die Zeiten der dreizehn Orte / von Joseph Andres
Entstehung
Seite
XXIII
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Art folgten ununterbrochen; die öffentlichen Plätze undStraßen waren nicht sicher/ der Adel hielt es für eineUnchre dem Gesetze zu gehorchen und sich nicht selbst Rechtzu geben und Rache zu nehmen/ seine Palläste waren derSchuhort und das Asyl der Mörder und Banditen. DieHerrschsucht war so tief eingedrungen und war so unaus-löschlich/ daß Männer wie der Bruder Johann v. Vicenza/welcher mit hinreißender Bercdtsamkeit zum Frieden er-mähnte/ und zwanzig feindselige Städte und Völkerschaf-ten auch wirklich zum Frieden brachte/ sogleich als erseine Macht fühlte und erkannte/ ihre Verfassungen an-griff/ sie zu ändern gebot/ für sich unumschränkte Gewaltund den HerzogStitel begehrte. Allein er siel. Der Kampfbegann aufs Neue nicht nur in den Städte«/ sondernStädte gegen Städte/ und endigte endlich mit einer voll-kommenen Despotie/ indem jede Parthei um gegen dieandere sicher und fest zu seyn/ sich einem einzigen/ mäch-tigen und reichen Manne ergab und ihn zu ihrem Herrnund Meister ernannte. Die Städtcfrciheiten gingen mei-stcntheilS verloren. So endete der Lombardenbund/ dereben so groß und lange dauernd hätte werden können/wenn nicht wilde Freiheit auf der einen und wilde Herrsch-sucht auf der andern Seite ihn zerrissen hätten. Nur eineStadt aus dem Bunde ging nicht unter/ nur eine bliebRepublik/ und das war Venedig. Diese Stadt/ die bei-nahe keinen materiellen Grund hatte und so zu reden aufNichts ruhte/ blieb nicht nur aufrecht stehen/ sondern er-weiterte und bereicherte sich auch mächtig nach Außen.Aber sie allein befolgte im Innern ein mehr organischesund zusammenhaltendes System. Den fremden Faktionenverschloß sie schon frühe ihre Thore/ der Gang/ den siebefolgte/ ging aus den politischen Verhältnissen/ aus demanarchischen Zustande Italiens hervor; es war/ als hättesie sich von ihnen belehren lasse«/ als wäre ihr durch sieihre Politik vorgeschrieben und bestimmt worden. Ob»