XXV
zu gebrauchen. Sie zeigten eine unerschütterlich tiefe Po-litik, eine Wachsamkeit/ die sich niemals täuschen nochüberfallen ließ/ jede Empörung schon im Keime zu er-sticken wußte/ und bei allem/ was sie that und wollte/ sichdurch nichts hindern noch stören ließ. Es war eine ausder lombardischen Anarchie hervorgehende Basiillc, dieaber den Staat zu einer bedeutenden See- und Handels-macht erhob und verhinderte/ daß er nicht in fremde Händesiel/ wie die übrigen Republiken/ und endlich keinemfeindlichen Orkane wich/ als jenem/ vor welchem ganzEuropa weichen mußte/ der französischen Revolution. Ver-gleichen wir nun die lombardischen mit den griechischenRepubliken/ so werden wir sehen/ daß die kurze Dauerihres selbstständigcn/ politischen Lebens/ denn auch dieMacht und Herrlichkeit des lombardischen Bundes dauertewenig mehr über hundert Jahre*)/ von einer und dersel-ben zu großen Erregsamkeit und Beweglichkeit des Geistesherrührte/ daß man in Italien und Griechenland keineallgemeinen Schranken liebte/ daß sich die Theile nicht ei-nem Ganzen unterwarfen/ sondern für sich allein zu ste-hen trachteten/ in diesem aber mit mehr Glück/ Sicher-heit und Vortheil für den einzelnen Staat/ weil sich hierGeist und Leib mehr ausgeschieden hatte/ die Mehrheitder Republiken noch nicht zu jener behenden staatsklugenIntelligenz gelangt war, deren sich andere/ wie zuerstAthe»/ dann Sparta in hohem Grade erfreuten/ also vondiesen für ihre Interessen fortgezogen und beherrscht wer-den konnten. In erstcrm hingegen/ in Italien/ warendie Geisteskräfte recht eigentlich föderalisirt/ indem sieüberall im gleichen Maaße und Verhältniß vertheilt schie-nen/ so/ daß sich alles im Gleichgewicht halte«/ keineStadt über andere Vortheile erringen oder zu einer Ober-
») Bund 1167 . Schlacht bei Lugano 1176. Verfall Anfang d. Ute«Jahrhunderts.