122
Hülfe; aber er erhob auch die Macht der Reformtrten undmeinte, die Unterthanen hätten das Recht/ sich zu setzen/wo sie wollten. Zürich wollte wissen: ob man die Bündehalten wolle oder nicht; ob Personen/ welche zu ihremGlauben übertreten/ malefizische Verbrecher wären; ob dievon Schwyz den Ausgezogenen ihr Gut wollten folgen lassen;ob man in Religionssachen laut Vertrag Gleichheit derStimmen anerkennen wolle oder nicht? Luzern antwortete imNamen der Katholischen: Ja/ man wolle streitige Sachen/welche weder die Hoheit noch die Religion berühren/durch die Bünde entscheiden lassen. Malesizisch sey alleS/was von Gott und seiner Obrigkeit abgefallen. Man wollekeine Freistellung der Religion/ daher könne man dasGut nicht folgen lassen. „Darauf begehrte Schwyz vonZürich zu wissen: warum es in seinem Lande sich rüsteund schanze? Weil/ antwortete eS/ die Stadt in ihremLande eben so gut Herr und Meister sey/ als die Schwy-zcr in dem Ihrigen." Die Gesandten reisten ab; die Ka-tholischen mahnten ihr Volk unter die Waffen. Indessenwurde auf einer Conferenz in Luzern beschlossen: an allereformtrten Orte außer Zürich eine Gesandtschaft zu schi-cken/ sie zu bitten/ den Krieg durch ihre Vermittlung zuhindern und wegen einigen schlechten Familien nicht dasganze Vaterland unglücklich zu machen. In Bern gabman ihr zur Antwort: man habe sich unbedingt und ohneAusnahme den Rechten zu unterwerfe»/ wolle Schwyznicht/ werde man es mit Gewalt dazu zwingen.*) DieFrage über Krieg und Frieden wurde indessen aller Ortennoch an die Theologie zur Entscheidung überwiesen/ aber
») Den 16 Dezember bin ich mit den Gesandten von Uri/ Uiilerwal,den und Zug nach Solothurn »nd Bern vor Rath und Hunderterschienen und den Vortrug gethan/ lie zum Frieden zu mahnen.Hat nüt helfe» wolle»/ sondern Herr Stürlcr gesagt: man sollsie nüt mehr amüsieren. Dulliker Tagbuch.