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1 (1834) Die Zeiten der dreizehn Orte / von Joseph Andres
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123
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es herrschte darüber keine Einstimmigkeit. In Luzern woll-ten einige Geistliche alles dem Recht unterwerfen/ indemes besser sey nachzugeben/ als alles in Gefahr zu setzen.Andere glaubten: man dürfe es nicht/ weil es die Reli-gion betreffe. Die Theologen von Basel wollten beidePartheien vom Krieg abmahnen/ indem der fremde Zugkeine gerechte Sache dazu sey/ wegen einigen Personen >müsse man das Vaterland nicht unglücklich machen. Ebenso sprachen die Theologen und Prädikanten von Bern. InSchaffhausen stimmten die Einten für Zürich/ die Andernfür Basel. Die Frage wurde nur von Zürich und Bernund von den V Orten für eine Religionsfrage angesehen.Weder die einte noch andere Parthci konnte au; die Bei-hülfe seiner RcligionSvcrwandten rechnen. Mahnten diebeiden Städte Basel/ so antwortete es: sie müßten stillsitzen/ um den Bischofs und Solothurn zu Hinterhalten.Drängte man es weiter/ so versprach es/ das heißt/ esversprach blos die Errichtung von drei Retterkompagnien.Wallis entschuldigte sich/ es könne den Schwyzern nichtzuziehen/ denn es werde von Bern bedroht. Eben so dieStadt St. Gallen und reformirt Appenzell/ die den Abtvon St. Gallen fürchten. Katholisch Glarus kann eben-falls nicht zuziehen/ indem seine Reformirten ihm den Paßabschlagen würden. Freiburg und Solothurn wolltenneutral seyn. Von den dreizehn Orten waren alsonur Sieben zum Kampfe bereit. Die Hoffnung zur Erhal-tung des Friedens war indessen noch nicht aufgegeben;die uninteressirten Orte brachten noch einmal eine allgemeineConferen; auf Baden zusammen. Sie fängt zwar mit vielerHitze an/ aber sie läßt wunderbar immer mehr nach. Aufeinmal sagen die Gesandten von Zürich: sie müßten zurFeier der Weihnacht nach Hause; ihnen folgen die Ge-sandten von Bern/ Schaffhausen und Basel. Zur Sicher-heit und zur Behauptung des Friedens bleiben der Schult-heiß Dulltker/ Montenach von Freiburg und derLandam-rnann Näf von Appenzell als Geiseln in Baden zurück.