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Volkes, sey es gegenwärtig oder zukünftig, vorzüglichentscheiden, so wirkt dabei gewöhnlich alles zusam-men, was mit ihnen in naher oder ferner Berührungseyn kann; eine Menge Zufälle und Verhältnisse, dieman nicht ahndet und sieht, treten hervor und wirkenan dem Verhängniß. Das Glück eines Staates geht fastimmer aus der Einfachheit hervor, aus moralischen Tu-genden, die einen' lichten, hellen und durchdringendenVerstand erzeugen, Klarheit in das Denken, in die Be-griffe bringen und allen Dingen immer nur die breite Ba-sis der Wahrheit zu Grunde legen. Aus dieser innernFrohheit, möchten wir sagen, geht wiederum Zuversicht,Muth und Entschlossenheit, das Gefühl seiner wahrenunbesiegbaren Naturkraft hervor. Wollte man alle dieseEigenschaften in physische Stoffe übersetzen oder sagen,welchem sie in der physischen Welt verglichen werden können,so würde man sehen, daß es diejenigen sind, welche die Kör-per an einander halten und die schaffende Kraft in sichtragen. So also stünden die moralischen Kräfte der Men-schen mit den Elementarkräften der Natur in Verbindungund somit auch unter und in ihrem Schutze. Das Unglückdagegen eines Staates oder Volkes scheint nichts andereszu seyn, als die Offenbarung, die äußere Form seinerJmmoralität, seiner innern Zerwürfnisse; eS ist der Kampfder Leidenschaften, jener ätzenden, lösenden Stoffe. Hierist es, wo der Verstand in Blendwerke verstrickt, seinenatürliche Klarheit verliert, der einfache Sinn sich ver-wirrt und in lauter falsche Vorstellungen fällt, hier istes, wo man an die Schranken getrieben wird, durch de-ren Uebcrschreitung das Unglück sich vollendet und reifwird; und so wie bei einzelnen Menschen der höchste Grä-ber Leidenschaft in den Zustand der Bewußtlosigkeit führt,die That im Zorn gethan, so steigert sich auch der politi-sche Parthcikampf bis zu diesem Grad herauf, alles renntwild dahin, wie losgelassene Pferde, das Entgegengesetz-