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teste vereiniget sich/ das Feindlichste wirkt zusammen/ al-les ist aus den gewöhnlichen Kreisen heraus, und wasman im Wahne sein ruhmvolles Ziel und Zweck nennt,ist nur der Abgrund, indem alles gemeinsam herabstürzt.Das ist das innere Bild der Toggenburger-Unruhen, ausdenen der unglücklichste Krieg für die Eidgenossenschaftentstand.
Zuvörderst sehen wir einen erst zu einem Reichsfürstenerhobenen Klosterprälaten, dem aber sowohl die Gewaltals die Macht, sowohl geistige wie moralische Fähigkeitenmangeln, um es wirklich zu seyn und seyn zu können,dessen Stellung zu seinem Volke und vorzüglich zur re-formirtcn Stadt St. Gallen, wie zu seinen benachbartenreformirten Kantonen, und als Fürst zur Eidgenossenschaftüberhaupt, ihn in ein verschobenes, in das gezwungensteVerhältniß setzt. Er, ein streng orthodoxer katholischerRegent sollte zwischen religionseifrigen reformirten Ortenein paritätisches und dazu noch sehr reizbares, mit großenFreiheiten begabtes und immer bewegtes Volk regieren.Begünstigte er seine reformirten Unterthanen weniger alsdie katholischen, drückte er sie, so reizte er Zürich; würdeer sie leichter und wie ein freies Volk gehalten haben, sowürde er von Rom bedroht worden seyn, das da meinte,man könne sie mit Strenge wieder katholisch machen. Da-zu kam noch, daß seine obrigkeitliche Gewalt sehr be-schränkt war, denn das Landrecht der Toggenburger mitSchwyz und Glarus und sein Schirmvertrag mit den zweiaristokratischen Städten Zürich und Luzern machte seineRechte ins Unbestimmte von fremden abhängig, sie zersetz-ten in gewissen Verhältnissen seine staatsrechtliche Gewalt.Die Geschichte liefert zwar Beispiele, wie Regenten vonKraft sich aus noch schwierigern Verhältnissen herausgear-beitet hatten; aber die Kunst, womit ste .solches bewirk-ten, gründete sich ganz und allein auf die genaue Kennt-niß ihrer Stellung und Lage, auf das, wie man sie be-