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1 (1834) Die Zeiten der dreizehn Orte / von Joseph Andres
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Freiheit bei ihm erkennen wollten, wie sie jetzt einem nie! ruhigen, wilden Volke landesherrliche Rechte, und zwar! Zürich durch Beraubung desjenigen, den es vertragsmäßigbei denselben zu schützen und zu schirmen hatte, ertheilenwollen. Erlaubten ihm die Grundsätze seiner Religionnicht, einen geistlichen Fürsten als Souverän anzuerken-nen, so hätte es seinen Schirmvertrag mit ihm aufgebensollen. Doch das war mehr Vorwand als Absicht; denLandfrieden von 1531 wollten sie heraushaben, und dieSchmach von dem Vilmerger-Treffen rächen; alles Uebel,die in der That nur in der Einbildung Uebel waren. Da-rum giengen sie von ihren StaatSgrundsätzen ab, begün-stigten die Demokratie da, wo sie nur Unheil bringenkonnte, nahmen die Toggenburger in Schutz, um denAbt zu nöthigen, bei den Katholischen Hülfe zu suchen,woraus dann nothwendig der von ihnen gewünschte Kriegerfolgen müßte, ein Krieg, dessen Erfolg ungewiß warund der am Ende sie selbst wieder in große Gefahrbrachte. Wir sehe», wie die Katholischen diesen Streitzuerst nur gar wenig berücksichtigen und dadurch um dieHumelwalder-Straße kamen, die sie von der Fruchtsperre,von der sie schon so viel gelitten, wo nicht ganz dochgrößtentheils befreien konnte; wie es gerade Schwyz ist,das die von Zürich so sehr gefürchtete Straße durch sei-nen demokratischen Fanatismus, dem bald darauf derReligiöse folgte, verhinderte und unmöglich machte; daßendlich reformirte, wie katholische Geistliche, Prädikantcnwie Kapuziner die Sturmglocke im Toggenburg ziehen,bis das ganze Land in Bewegung kommt, von seiner ge-setzlichen Obrigkeit sich losreißt und die katholischen undreformirten Orte sich wechselweise an ihre ReligionSpar-thei anschließen. Da gab es denn zuerst zehrn Wochenlang Conferenzen. Sie sind durch nichts merkwürdig, alsdurch die Beharrlichkeit, mit welcher beide Partheien ihreAnsichten und Meinungen behaupteten, einseitige Sprüche