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1 (1834) Die Zeiten der dreizehn Orte / von Joseph Andres
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ssc sich still, bis der erste Sturm vorüber war/ wohl wissend/wie schnell alles aufbrause und wie bald alles wieder kalt wer-de/ daß nichts weniger als der feste Grundsatz sie bestimme.Dann/ wenn die Ruhe wieder etwas hergestellt/ kamen siehervor und sagten:Das alles nütze wenig/ abtrotzen könneman nichts/ wer am schnellsten klug werde/ werde am er-sten und besten bezahlt; am Ende müsse man es doch thun/man schade sich nur selber/ andere Ort wären nicht soheikel." Darauf drängten und jagten sie alles in Sorgenund Furcht/ was man alles zu verlieren hätte/ wie man ver-kürzt werden würde; wie diese oder jene schon angefangenhätten zu unterhandeln. Interesse/ Neid und Eifersuchtwurden so lange gereizt und geänstigct/ bis ein Glied nachdem andern die Kette brach/ und Anträge/ die man sonstnicht einmal anhören wollte/ nun überschnell angenommenwurden. Stunden im Augenblick der Mißstimmung unddes Zorns zugleich Gesandte anderer Mächte mit der Tag-satzung in Unterhandlung/ um die Gelegenheit den fran-zösischen Einfluß zu brechen/ zu benutzen/ so blieb diefranzösische Gesandtschaft in solchen Fällen entweder ganzweg oder arbeitete sehr wenig; aber mit einer Aufmerk-samkeit ohne Gleichen wartete sie bis die Forderungen derAndern stiegen/ bis sie sich Blößen gaben. Dann kam sieeilig herbei/ wußte die Absichten/ die ganze Behandlungihrer Gegner mit so vieler Feinheit und List zu entwi-ckeln, die große Achtung, Liebe und Uneigennützigkcit,Welche dieselben Herren für eine Eidgenossenschaft hätten,so stechend aufzuziehen und lächerlich zu machen, daß dieStimmung der Tagherrcn sich bald wieder änderte, undwenn auch nicht sogleich zu Frankreichs Gunsten, dochnicht wider dasselbe. Jene hatten immer das Unglückmehr zu begehren, als man leisten konnte, ihre Anträgeforderten immer Aufopferungen, und wenn man sie an-hörte, so geschah es nicht selten blos deßwegen, um sich«n den Franzosen zu rächen, oder ihre Eifersucht zu rci-I. Heft. 11