Krankh. der Pastetenbäcker u. der Müller. 219
matt, und erschöpft. Stell bemerkt, dafs dieseProfessiohisten von schweren Krankheiten weit,häufiger und schneller hinweggerafft werden, alsandere; dafs sie oft bösartige Fieber bekommen,und sich nur mühsam davon erholen. Als diefurchtbare Pest ira Jahr 1720 Marseille verwü-stete starben daselbst alle Bäcker und man sahsich genöthigt, aus den benachbarten Städten wel-che kommen zu lassen, um dem Bedürfnifs desVolks abzuhelfen. —
Krankheiten der Pastetenbäcker.
Die Pastetenbäcker sind ähnlichen, nur minderheftigen Krankheiten ausgesetzt:, wie die Brod-und Kuchenbäcker überhaupt. Sie bekommen oftdurch den herumfliegenden Mehlstaub Triefaugen.Da sie die Hände immer am Feuer haben müssen,so ist es nicht selten, dafs sie auf der Oberflächeder Mittelhand schuppichte Flechten bekommen,deren Heilung sehr schwierig ist. Cadet-Gassi-court behauptet, diese Professionisten seyen nichtso ausschweifend, vielmehr sanfter und geselliger,als die Bäcker. —
Krankheiten der Müller.
[Die Krankheiten der Müller haben viel Achn-lichkeil mit. denen der Bäcker. Die Atmosphäre,in der sic leben, ist mit Mehllheilchen angefüllt;unwillkührlich saugen, die Müller hiervon einegrofse Menge in sich. Asthma und Wassersucht istoft die Folge hiervon, wie ich mich zumTheil mit ei-genen Augen überzeugte. Durch die Anstrengungbeym Aufheben und Tragen der Korn- und Mehl-sacke bekommen sie oft Brüche. Der ewige Lärm derMühlräder, des Werks und des Wassers macht sicfast taub.] Ihre meistens über Wasser gebautenWohnhäuser sind gewöhnlich feucht und kalt; da-her die Rheumatismen und chronischen Brustübel,von denen sie so oft befallen werden. —