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Krankheiten der Midier .
[Eine eigene Erscheinung bey Müllern so wohlals Bäckern ist, dafs sie der Lausekrankheitausgesetzt sind. Woher diese rührt, und ob dieUnreinlichkeit dieser Handwerker, oder die Vermi-schung des Mehls mit dem Fett der menschlichenHaut die Erzeugung der Läuse befördert, dies dürftenoch einer Prüfung unterhegen. —
Bey den Alten waren die Müller weit schweremKrankheiten ausgesetzt, als dies in unsern Tagen derFall ist. Mühlen, die durch Wasser getrieben wer-den, waren damals noch unbekannt. Man bedientesich zum Mahlen der Körner einer noch sehr unvoll-kommenen Mühle, die dm'ch Pferde, Sklaven oderWeiber in Bewegung gesetzt wurde; daher der Aus-druck »in der Mühle gehen«; man mufste alleseine Kräfte bey dieser Arbeit anstrengen, die ge-wöhnlich als Strafe für Verbrecher angesehen wurde.In der Heiligen Schrift steht, dafs die Philisterdem Simson die Augen ausgestochen und ihn dannzum Drehen einer Mühle verdammt haben. | Esherrschte der grausame Gebrauch, den Skla-ven, die man zum Mühlendrehen bestimm-te, die Augen auszustechen, damit sie denSchwindel nicht bekamen.—
Die Müller müssen bey ihren Beschäftigungendieselben Vorsichtsmafsregeln anwenden, wie dieBäcker; denn die meisten ihrer LIebel rühren, wiedort, von dem Mehlstaub her, der beständig in derLuft herumfliegt und in dieLuflorgane dringt. Wennsie sich davor schützen wollen, so müssen sie einmehrfach zusammengelegtes Stück Musselin überdas Gesicht decken. Wenn sie einen Bruch be-kommen, müssen sie sogleich ein. Bruchband tra-gen und solches nie äblegen; am Besten ist es,wenn sie, wie ich schon oft mit Erfolg gerathenhabe, ein für allemal ein Bruchband tragen, alsPräservativ gegen Brüche. Um den nachtheiligenEinflufs des ewigen Lärmons in der Mühle wenig-stens einigermafsen zu verringern, können dieMüller sich Baumwolle in die Ohren stopfen.Eine warme Kleidung ist ihnen zuträglich, um
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