Krankh.d.Haarkr.Periiquenm. u. Starkem. 221
sich gegen die Feuchtigkeit zu sichern, die ge-wöhnlich in den Mühlen herrscht. —
Was die Läusekrankheit anbetrifft, (die je-doch heutzutage selten mehr vorkommt,) so rei-chen Bäder und häufiges Wäschewechseln fiiglichhin, um sie zu vertreiben. Sollte das Uebel aberzu sehr überhand nehmen, so kann man allenfallsWaschwasser* mit einem Decoct von Wermuthund Stephanskörnem (s. g. Mäusepfeffer oder Läu-sesamen *), endlich auch Mcrkxirial- Einreibungenamvenden. —]
Krankheiten der Haarkräusler und Perüquen-macher.
Bey dem ehemals häufigen Gebrauch des Pu-ders bekamen die Perüquenmacher, durch das be-ständige Einschlucken des feinen Staubes, den siemit der Puderquaste ausschüttelten, oft schon inihrem vierzigsten oder fünfzigsten Jahre Asthmaund Schwindsüchten. Heutzutage, wo das Pudernfast ganz aus der Mode gekommen ist, sind diePerüquenmacher natürlich auch seltener diesenKrankheiten ausgesetzt. Sie müssen sich jetzt nursehr mit den Haaren in Acht nehmen, die sie zumPerüquenmachen brauchen, damit sie nicht welcheVon einem mit der Krätze oder dem Kopfgrindbehafteten Menschen bekommen, in 'welchem Fallesie Gefahr laufen würden, selbst mit der Krätzeoder dem Grind befallen zu werden. Cadet-Gassicourt theilt die Perüquenmacher in zwöyClassen; die eine ehrlich, betriebsam und haus-hälterisch; die andere ausschweifend, liederlich,faul und unerträglich geschwätzig. Er macht dieBemerkung, daß diese Leute oft Geschwüre auden Knöcheln des Fufses bekämen. —
Krankheiten der Stärkemacher.
[Die Arbeiter, welche die Stärke (das s. g.Amelmehl) zubereiten, sind eigenthümlichen Krank-heiten ausgesetzt. Zur Fabrikation dieser Art von
*) Semen Delphinii Staphisagriae,
S.